HIFU-Therapie
Sanfter Schall gegen Tumore


Etwa jede fünfte Frau hat Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter. Diese sogenannten Myome sind zwar gutartig, doch können sie starke Blutungen oder Unterleibsschmerzen verursachen. Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind, muss das Myom behandelt werden. Standardbehandlung war bisher meist eine Operation, bei der die Tumore — bei ungünstiger Lage sogar die Gebärmutter — entfernt wurden.

von Dr. Thomas Andreae

Das Klinikum der LMU München, Campus Innenstadt, bietet als eines der wenigen Krankenhäuser Deutschlands ab sofort die derzeit schonendste Behandlungsmethode bei Gebärmuttertumoren an. Dank einer innovativen Therapie können die Myome per Ultraschall verödet werden. Ein großer Vorteil für die Patientinnen: Sie erhalten eine schonende und schmerzfreie Alternative zur Operation – ohne Vollnarkose, ohne Narben und ohne Krankenhausaufenthalt. Die Münchner Ärzte setzen dabei auf ein modernes Gerät von Philips, das sogenannte MR-HIFU (Hoch intensiver fokussierter Ultraschall) zur fokussierten Ultraschalltherapie.
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Während die Patientin in einem Magnetresonanztomographen (MRT) liegt, der den Behandlungsfortschritt überwacht, wird das Myom gezielt durch gebündelte Ultraschallwellen aus einer in die Liege integrierten Therapieeinheit auf 60 bis 80 Grad Celsius erhitzt. Daraufhin stirbt das Gewebe ab und wird in den folgenden Wochen vom Körper resorbiert. Benachbartes Gewebe wird dabei nicht verletzt, und die Gebärmutter bleibt erhalten. Der Eingriff erfolgt ambulant. Die Patientinnen erhalten lediglich ein leichtes Beruhigungsmittel vor der Behandlung, können ein paar Stunden später wieder nach Hause gehen und meist schon am nächsten Tag wieder ihren normalen Tätigkeiten nachgehen.

»Wir sehen bislang sehr gute Behandlungsergebnisse und gehen davon aus, diese Therapie künftig breit einzusetzen«, erklärt Dr. Ulrich Linsenmaier, Geschäftsführender Oberarzt am Institut für klinische Radiologie der LMU München. »Zudem ist die Behandlung fast schmerzfrei, da das Myom im Inneren keine Nervenenden hat. Es entstehen auch keine Narben wie nach einer Operation.«

Weitere Einsatzgebiete in der Krebstherapie
Philips plant das Gerät auch in anderen Bereichen, z. B. in der Krebstherapie, einzusetzen. »Zunächst konzentrieren wir uns auf die Schmerzbehandlung von Knochenmetastasen «, so Dr. Thomas Andreae von Philips Healthcare. »Wir können Patienten viel Leid ersparen, indem wir die Nervenzellen rund um den Tumor bestrahlen. Sicher werden wir aber mit MR-HIFU auf längere Sicht neben Metastasen auch primäre Tumore bekämpfen können.« So haben vor Kurzem die ersten klinischen Tests zur Erforschung der Behandlung mit fokussiertem Ultraschall bei Brustkrebs begonnen.

 

 

 


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Die HIFU-Therapie im MRT

HIFU-Therapie

Zur Bebachtung des Fortschritts der Behandlung liegt die Patientin in einem Magnetresonanztomographen (MRT)