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Wenn die Luft weg bleibt...
Asthma Bronchiale
Allein in Deutschland leiden etwa fünf Prozent der
Erwachsenen und bis zu zehn Prozent der Kinder an
Asthma, wobei fast jeder Zweite regelmäßig von mittleren
bis schweren Asthmaanfällen heimgesucht wird.
Pro Jahr sterben hierzulande etwa 4000 Patienten an
einem akuten Asthmaanfall. Und dies, obwohl es inzwischen
eine Reihe von verbesserten Therapieformen
gibt, die bei regelmäßiger Anwendung durchaus dazu
beitragen können, die Krankheit dauerhaft in den Griff
zu bekommen.
von Dr. Nicole Schaenzler
Asthma ist eine chronische,
entzündliche Erkrankung
der Atemwege. Als Folge
dieser Entzündung reagieren die
Bronchien auf bestimmte Reize wie
Küchendämpfe, Zigarettenrauch,
kalte Luft, Ozon oder starke Luftverunreinigung
mit einer Überempfindlichkeit
(Hyperaktivität).
Ebenso können Atemwegsinfekte,
Stress, körperliche Belastung (sogenanntes
Belastungsasthma) oder
auch bestimmte Schmerzmittel zu
Auslösern werden. Dadurch verkrampfen
und verengen sich die
Bronchien, zugleich sondern die
Bronchialwände einen zähflüssigen
Schleim ab. Dies führt dazu, dass
der Betroffene die eingeatmete Luft
nicht mehr richtig ausatmen kann
und unter Atemnot leidet.
Weitere typische Begleiterscheinungen
eines akuten Asthmaanfalls
sind ein trockener Husten, ein
Pfeifen, Brummen oder Giemen,
vor allem bei der verlängerten Ausatmung,
sowie das Abhusten des
glasig-zähen Schleims.
Zwei ursächliche Faktoren, drei
Krankheitsformen
Zwei wichtige Faktoren sind an der
Entstehung des Bronchialasthmas
beteiligt: die Übererregbarkeit der
Bronchialschleimhaut und die Bereitschaft,
allergisch zu reagieren.
Beide Faktoren sind vermutlich teilweise
genetisch festgelegt.
Generell werden drei Formen von
Asthma unterschieden:
- Das rein allergisch bedingte
Asthma (extrinsic Asthma), von
dem 40 Prozent der Asthmatiker
betroffen sind
- Das nichtallergische, durch äußere
Reize, vor allem durch Virusinfekte ausgelöste Asthma (intrinsic
Asthma)
- Mischformen von beiden, die
den größten Anteil ausmachen
Insbesondere bei Kindern spielt in
etwa 85 Prozent der Fälle eine allergische
Reaktionsbereitschaft eine
wichtige Rolle. Zu den häufigsten
Stoffen (Allergenen) gehören Blütenpollen,
Hausstaub, Tierhaare, Bestandteile
der Tierhaut, Sporen der
Schimmelpilze, aber auch Medikamente
(z.B. Schmerzmittel) und
Lebensmittel.
Ziele der Asthmatherapie
Hauptziele einer modernen Asthmatherapie
sind die Wiederherstellung bzw. der Erhalt einer möglichst
normalen Lungenfunktion, die
Eindämmung der dem Asthma zugrunde
liegenden Entzündung, die
Vermeidung von Asthmaanfällen
und natürlich die Vorbeugung von
Dauer- und Spätschäden.
Tatsächlich stehen heute eine Reihe
von bewährten Behandlungsstrategien
zur Verfügung, sodass die Therapieziele
praktisch bei jedem Patienten
mit leichtgradigem Asthma
zu erreichen sind. Aber auch wenn
ein mittelgradiges oder schweres
Asthma besteht, kann in vielen Fällen
eine deutliche Verbesserung erzielt
werden. Vorausgesetzt, der Betroffene
lebt nicht schon seit Jahren
mit einer schlecht eingestellten
Krankheit, und er ist bereit, aktiv
gegen seine Krankheit anzugehen.
Für den Patienten heißt das z. B.,
auch dann die für ihn angemessene
Therapie fortzuführen, wenn keine
akute Atemnot besteht. Oder gleich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen,
wenn er Anzeichen für eine
Verschlechterung seines Gesundheitszustands
feststellt.
Alarmsignale frühzeitig erkennen
Dass trotz verbesserter Therapiestrategien
pro Jahr etwa 4000 Patienten
einen akuten Asthmaanfall
nicht überleben, zeigt, dass immer
noch viele Betroffene viel zu wenigüber ihre Krankheit wissen. Tatsächlich
gehen einem schweren,
vielleicht tödlichen Asthmaanfall
in der Regel einige charakteristische
Alarmsignale voraus, die darauf
hinweisen, dass die Behandlung
nicht (mehr) optimal ist. Dazu gehören
z. B. Asthmaanfälle, die in
immer kürzeren Zeitabständen auftreten
und an Schwere zunehmen,
oder ein steigender Verbrauch an
Notfallmedikamenten. Vor allem,
wenn gehäuft der Notdienst wegen
Asthmabeschwerden in Anspruch
genommen werden muss, ist Gefahr in Verzug – spätestens dann
muss die Behandlung unter ärztlicher
Aufsicht umgehend modifiziert
bzw. intensiviert werden.
Wie bei allen chronischen Erkrankungen
so gilt auch für Asthma
bronchiale: Je mehr der Betroffeneüber seine Krankheit weiß, desto
besser kommt er mit ihr zurecht.
So ist es z. B. für einen Asthmatiker
wichtig zu wissen, dass nicht allein
die Anzahl und Heftigkeit eines
akuten Asthmaanfalls ausschlaggebend
für den Schweregrad seiner Erkrankung
ist. Fakt ist, dass bei einer
falschen oder ungenügenden Behandlung
die Erkrankung wie eine
Art Schwelbrand voranschreitet,
auch wenn keine akute Atemnot besteht:
Die typischen Entzündungszeichen
wie Schwellung, Rötung
und Enge der Atemwege nehmen
immer weiter zu, bis die Verengung
der Bronchien chronisch geworden
und auch mit Medikamenten nicht
mehr rückgängig zu machen ist.
Ist ein Asthmatiker hingegen gut
eingestellt, sinkt nicht nur die Gefahr,
dass ein akuter Asthmaanfall
tödlich verläuft. Es verringert sich
auch das Risiko, dass die Lunge (und
auch das Herz) bleibenden Schaden
nimmt. Das Wichtigste aber ist:
Wem es gelingt, seine Krankheit in
den Griff zu bekommen, der steigert
seine Lebensqualität und kann vielleicht
schon bald wieder Aktivitäten
nachgehen, auf die er lange Zeit verzichten
musste.
Therapieansätze
Die Asthmatherapie basiert auf folgenden
Behandlungssäulen, wobei
sich eine Kombination einzelner
Maßnahmen besonders bewährt
hat. Diese sind im Einzelnen:
- Auslöser meiden:
Dies gilt sowohl
für Allergene bei allergischem
Asthma als auch für bekannte Reizauslöser
bei der nichtallergischen
Form. Personen, die auf Infekte mit
Asthma reagieren, sollten vor allem
im Herbst und Winter Orte mit hoher
Ansteckungsgefahr meiden und
generell Maßnahmen zur Stärkung
der körpereigenen Abwehrkräfte
ergreifen (gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung etc.)
- Medikamentöse Therapie:
Die Erkrankung
wird je nach Schweregrad
in verschiedene Stufen (Asthmastufenschema)
eingeteilt. Diese
reichen von Stufe 1 (= Symptome
geringer als zweimal pro Woche)
bis hin zu Stufe 4 (= dauerhaftes
schweres Asthma mit ständigen
Symptomen). Die erste Stufe ist die
einzige, bei der nur dann Medikamente
verabreicht werden müssen,
wenn akute Atemnot besteht;
die anderen drei Stufen ziehen eine
Dauerbehandlung mit lang wirkenden
entzündungshemmenden
und bronchienerweiternden Medikamenten
nach sich. Im Allgemeinen
haben sich Wirkstoffe, die inhaliert
werden können, besser als
oral einzunehmende Arzneimittel
bewährt.
- Hyposensibilisierung (spezifische
Immuntherapie) zur Linderung von allergischem Asthma.
Mit diesem
Verfahren lassen sich vor allem
Allergien bessern, bei denen Insektengifte,
Pollen und – in eingeschränktem
Maß – auch Hausstaubmilben
die Auslöser sind. Etwas
schlechter sehen die Erfolgsaussichten
gegen Schimmelpilze,
Tierhaare und Nahrungsmittel aus.
Ziel der Hyposensibilisierung ist es,
das Immunsystem durch Zuführung
der allergieauslösenden Stoffe
in langsamer Steigerung der Dosierung
Schritt für Schritt an die
allergieauslösenden Substanzen
zu gewöhnen, sodass es sich immer
weniger dazu veranlasst sieht, überschießende entzündliche Abwehrreaktionen
gegen an sich ungefährliche
Stoffe, z. B. Pollen oder
Insektengifte, in Gang zu setzen.
Bis die allergische Reaktionsbereitschaft
weitgehend eingedämmt
worden ist, braucht es allerdings
seine Zeit. So beträgt die optimale
Dauer der Behandlung zwischen
zwei und drei, in Ausnahmefällen
auch fünf Jahre. Wer sich für eine
Hyposensibilisierung entscheidet,
muss also bereit sein, über einen
relativ langen Zeitraum regelmäßig
Arzttermine einzuplanen bzw.
täglich zu Hause konsequent einen ärztlich festgelegten Therapieplan
zu befolgen.
- Nichtmedikamentöse Therapie:
Hier reichen die Maßnahmen vom
Erlernen von Atemgymnastik und/
oder bestimmten Entspannungstechniken
(z. B. autogenes Training,
Muskelrelaxation nach Jacobson)
bis hin zu regelmäßigen Klimakuren
am Meer oder im Gebirge.
- Laser-Resonanz-Therapie:
Die Behandlung
zielt auf die Beseitigung
der Ursache ab und wirkt sich auf
den gesamten Körper aus. Mit
einem Softlaser wird dem Organismus
Licht, das etwa 50 000 Schadstoff-Frequenzen enthält, über die
Meridiane zugeführt. Dieses Licht nutzt der Organismus dann zu einer
eigenorganisierten Neuordnung und in der Folge auch zur Ausleitung
von Schadstoffionen (siehe
hierzu auch Harry Lenk).
- Körperliche Aktivität:
Untersuchungen
haben ergeben, dass ein
guter Trainingszustand sich günstig
auf den Verlauf der Asthmaerkrankung
und sogar auf Anstrengungsasthma
auswirkt. Regelmäßige körperliche
Betätigung verbessert bei
jedem Menschen die Lungenfunktion,
und so steigt auch bei einem
Asthmakranken die Reizschwelle
für die Auslösung eines Asthmaanfalls.
Besonders günstig sind dynamische
Sportarten, mit denen zugleich die
Ausdauer trainiert werden kann,
etwa Schwimmen (in chlorarmem
Wasser), Segeln, Tanzen, Rudern,
Rad fahren, Nordic Walking oder
Jogging. Disziplinen, die plötzlich
starke Kraftanstrengungen oder
vermehrte Pressatmung erfordern,
sind dagegen für Asthmatiker nicht
empfehlenswert. Dazu gehören beispielsweise
Krafttraining, schnelles
Radfahren oder Sprinten.
In Lungensportgruppen können
Asthmatiker unter Anleitung eines
speziell ausgebildeten Übungsleiters
und unter ärztlicher Aufsicht Sport
treiben. Eventuell muss die Dauertherapie
an die künftige körperliche
Aktivität angepasst werden, deshalb
sollten Sie sich vor Beginn der körperlichen
Aktivität ärztlich untersuchen
zu lassen.
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Darauf sollten
Asthmatiker
achten
- Extrem kaltes und trockenes
Wetter kann einen Asthmaanfall
auslösen! Zwar ist es selten,
dass Asthma allein durch kalte
Luft ausgelöst wird. Allerdings
führen niedrige Temperaturen bei
Menschen mit Belastungsasthma,
exogen-allergischem Asthma oder
Medikamentenallergie häufiger
zu Beschwerden. Deshalb sollten
Asthmatiker Regionen oder
Urlaubsorte mit einem extrem
kalten und trockenen Klima meiden
und stattdessen lieber eine
Gegend wählen, in der es mäßig
kalt und etwas feuchter ist.
- Vorsicht mit Medikamenten: Eine
Reihe von Arzneimitteln ist für
Menschen mit Asthma bronchiale
nicht geeignet (z. B. Schmerzmittel
oder Betablocker zur
Blutdrucksenkung).
- Bei chronischen Lungenerkrankungen
ist es ratsam, sich jährlich
gegen Influenza und alle sechs
Jahre gegen Pneumokokken
impfen zu lassen (siehe hierzu auch
Grippeimpfung).
- Aufs Rauchen verzichten und
den Aufenthalt in verrauchten
Räumen meiden. Für Asthmatiker
ist Zigarettenrauch doppelt
gefährlich.
- Keine Haustiere halten. Dies
gilt vor allem für Betroffene mit
allergischem Asthma.
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