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Zur sanften Gesichtsverjüngung
Botulinumtoxin
In der Medizin wird Botulinumtoxin
A schon seit Anfang
1980er Jahre therapeutisch
genutzt, so etwa in der Augenheilkunde,
Urologie oder
Neurologie. Seine Popularität
verdankt der Wirkstoff aber
vor allem seiner Fähigkeit,
Mimikfalten zu glätten:
Unterspritzungen mit Botulinumtoxin
zur Beseitigung
von »Zornes-« oder »Denkerfalten« gehören mittlerweile
weltweit zu den häufigsten
Behandlungen der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie.
Von Dr. Nicole Schaenzler
Botulinumtoxin A ist ein natürliches
Eiweiß, das aus
dem Bakterium Clostridium
botulinum gewonnen und mittels
biotechnologischer Methoden zu
einem hochwirksamen Arzneimittel
aufbereitet wird. In der Medizin
macht man sich die Eigenschaft des
Wirkstoffs zunutze, die Reizübertragung
von Nervenzellen auf Muskeln
zu unterbrechen und dadurch
gezielt die Aktivität von überaktiven
Muskeln zu dämpfen. Dass
Botulinumtoxin in den Medien
deshalb gern auch als »Nervengift«
bezeichnet wird, ist allerdings irreführend,
denn für die medizinische
Nutzung wird Botulinumtoxin ausschließlich
in abgeschwächter, hoch
verdünnter Form eingesetzt, sodass
eine »Vergiftung« bei richtiger Dosierung,
wie bisweilen suggeriert
wird, zweifelsfrei ausgeschlossen
werden kann.
Für rund 20 Indikationen ist Botulinumtoxin
inzwischen weltweit
zugelassen, so z. B. in der Augenheilkunde
bei Lidkrämpfen, in der HNO bei muskulärem Schiefhals, in
der Dermatologie zur Behandlung
von übermäßiger Schweißbildung
oder in der Neurologie bei Spastiken,
einem schlaganfallbedingten
Handkrampf oder einem Spitzfuß
als Folge der Kinderlähmung.
In der breiten Öffentlichkeit ist der
Wirkstoff vor allem als wirksames
Mittel gegen Falten bekannt. Dabei
wurde die faltenglättende Wirkung
von Botulinumtoxin zufällig entdeckt:
Eine kanadische Ärztin, die
mit dem Präparat Lidzittern behandelte,
stellte fest, das mit der Ruhigstellung
des für das Zittern verantwortlichen
Muskels überraschend
auch die Falten um das betroffene
Auge verschwanden. Schon bald begann
der Siegeszug von Botulinumtoxin
als wirksames Antifaltenmittel – heute werden allein in den USA
jedes Jahr mehr als fünf Millionen
Behandlungen durchgeführt.
Auf die Dosis kommt es an
Wann immer Botulinumtoxin zu
medizinischen oder ästhetischen
Zwecken eingesetzt wird – erfahrene Ärzte berechnen die angemessene
Dosierung für die jeweilige
Indikation auf Bruchteile eines
Milligramms genau. Generell gilt:
Für den therapeutischen Effekt zur
Linderung z. B. von übermäßigem
Schwitzen oder von spastischen
Syndromen ist eine deutlich größere
Wirkstoffmenge notwendig als
zur Reduzierung von Mimikfalten.
Schon allein deshalb gelten Botulinumtoxinbehandlungen
in der ästhetischen
Medizin als sicher und
für die Gesundheit unbedenklich;
dies wurde jetzt – allen reißerischen
Schlagzeilen der letzten Wochen
zum Trotz – einmal mehr von den
Gesundheitsbehörden bestätigt. So
weist das Bundesinstitut für Arzneimittel
und Medizinprodukte
(BfArM) darauf hin, dass bislang
keine Berichte über schwerwiegende
Nebenwirkungen oder gar Todesfälle
als Folge von Unterspritzungen
mit Botulinumtoxin zur Faltenglättung
vorliegen.
Fachliche Kompetenz ist wichtig
Dass ästhetische Behandlungen
mit Botulinumtoxin grundsätzlich
in die erfahrenen Hände des Facharztes
gehören, betonen die Arzneimittelexperten
jedoch ebenfalls
immer wieder. Dazu gehört nicht
nur, mit der spezifischen Wirkweise
von Botulinumtoxin vertraut zu
sein, sondern auch über fundierte
Anatomiekenntnisse zu verfügen,
um die Injektionen zur Glättung
von Mimikfalten zielgenau durchführen
zu können. Falsch platzierte
oder gar überdosierte Injektionen
zur Faltenbehandlung können zu
einer unnatürlichen Mimik, einem »Maskengesicht« (frozen face) führen.
Zwar ist dieser unerwünschte
Zustand nur vorübergehend, doch
kann es Wochen und sogar Monate
dauern, bis man wieder natürlich
aussieht. Einem erfahrenen Facharzt
für Ästhetisch-Plastische Chirurgie
unterlaufen derartige Fehler nicht:
Er weiß die notwendige Menge zur
Glättung von Mimikfalten einzuschätzen
und auch welcher Muskel
ausgeschaltet werden muss, um ein
optimales Ergebnis zu erzielen.
Von der rasch gesetzten »Antifaltenspritze « etwa auf »Botox-Parties « und anderen obskuren Beauty-
Veranstaltungen ist also in jedem
Fall abzuraten!
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Unsere Buchempfehlung zum Thema:
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BOTOX ODER
BOTULINUM TOXIN? Die meisten kennen Botulinumtoxin
nur unter dem Begriff»Botox«. »Botox« ist jedoch
eigentlich der geschützte Name
des Ursprungsmedikaments aller
Botulinumtoxinarzneien — das aber
kommt in der ästhetischen Medizin
gar nicht zum Einsatz. Hierfür
bietet dieselbe Herstellerfirma
das Präparat Vistabel® an. Dessen
Wirkstoffzusammensetzung ist mit
der von Botox® identisch; allerdings
ist die Ampulle deutlich kleiner,
weil für den glättenden Effekt von
Mimikfalten wesentlich weniger
Botulinumtoxin benötigt wird als
für den therapeutischen Einsatz des
Wirkstoffs bei Erkrankungen.
Inzwischen kann Botox® fast 20 Jahre
klinische Erfahrung vorweisen,
sodass Sicherheit und Wirksamkeit
des Medikaments mittlerweile gut belegt sind. Hiervon profitiert auch
Vistabel®: Das Arzneimittel ist hierzulande
zwar erst seit März 2006
zur Behandlung von Mimikfalten auf
der Stirn zugelassen, doch wegen
seiner identischen Formulierung ist
Vistabel® als genauso sicher und
effektiv einzustufen wie das Botox®-Präparat. |