Ästhetisch-Plastische Chirurgie

Korrektur der männlichen Brust

Ästhetische Brustoperationen sind nicht allein Frauen vorbehalten: Auch Männer suchen immer häufiger einen Plastischen Chirurgen auf, um auf operativem Weg (wieder) eine optisch ansprechende Brustform zu erhalten. Die meisten Männer, die sich für einen solchen Eingriff entscheiden, leiden darunter, dass ihre Brust weibliche Formen angenommen hat und wünschen sich eine Verkleinerung. Über entsprechende chirurgische Maßnahmen sprach TOPFIT mit den Münchner Fachärzten für Plastische Chirurgie, Dr. med. Hans-Hermann Wörl, Priv. Doz. Dr. med. Max Geishauser und Dr. med. Eugen Herndl, die schon seit Jahren erfolgreich Korrekturen der weiblichen und der männlichen Brust durchführen.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Dr. Wörl, immer häufiger suchen Männer Hilfe bei der ästhetischen Chirurgie, um unerwünschte Rundungen der Brust loszuwerden. Was ist die Ursache für Brustwachstum bei Männern?
Dr. Wörl: Wenn sich die Brust eines jüngeren Mannes vergrößert, liegt oft eine so genannte Gynäkomastie, also eine abnorme Vergrößerung des Brustdrüsenkörpers vor. Gewöhnlich ist die Brustdrüse, die sich unter der Brustwarze befindet, bei Männern wesentlich weniger ausgeprägt als bei Frauen. Durch bestimmte Faktoren, z.B. ein Ungleichgewicht im männlichen Hormonhaushalt, kann es jedoch zu einer Stimulierung des Brustdrüsenwachstums kommen, so dass sich die Brustform sichtbar verändert. Im Extremfall nimmt die Brust ein ausgeprägtes feminines Erscheinungsbild an, was für den Betroffenen psychisch sehr belastend sein kann. Auch können die vergrößerten Brustdrüsen Schmerzen hervorrufen. Natürlich kann auch eine Vermehrung von Fettgewebe im Brustbereich zu einer operativen Korrektur Anlass geben; sehr häufig kommen übrigens Mischformen vor. Manche Männer versuchen zunächst, die Optik ihrer Brust mit Sport, einem speziellen Brusttraining oder einer Diät zu verbessern. Eine ausgeprägte Gynäkomastie lässt sich jedoch auf diese Weise nicht beeinflussen. Hier kann die ästhetische Chirurgie wertvolle Dienste leisten: Mit einer chirurgischen Brustverkleinerung kann eine deutliche Verbesserung der Brustform und somit auch der gesamten Erscheinung erreicht werden.

Wie wird die chirurgische Korrektur der männlichen Brust durchgeführt?
Dr. Geishauser: Besonders bewährt hat sich eine Art doppelte Therapiestrategie, bei der in einem Behandlungsschritt sowohl die vergrößerte Brustdrüse als auch überschüssiges Fettgewebe entfernt wird. Die operative Entfernung der Brustdrüse erfolgt mithilfe einer modernen Schnitttechnik, die besonders risikoarm und auch narbensparend ist. Hierfür wird knapp unterhalb des Brustwarzenhofs ein kleiner, halbkreisförmiger Schnitt gesetzt, der dann später mit sehr feinen Nähten verschlossen wird. Auf diese Weise werden sichtbare Narben weitgehend vermieden. Nach der vollständigen Entfernung des überschüssigen Brustdrüsengewebes werden im nächsten Schritt die Fetteinlagerungen mittels einer dünnen Spezialkanüle abgesaugt. In der Regel führen wir diesen Eingriff unter Tumeszenz-Lokalanästhesie durch, die derzeit sicherste und zugleich gewebeschonendste Methode zur Entfernung von Fettansammlungen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade die Kombination dieser beiden Methoden die besten Resultate liefert: Die gedehnte Haut schrumpft sehr gut zurück und wird wieder glatt und elastisch. Die Brust selbst wird wieder flach und fest. Die meisten unserer Patienten freuen sich über ein ganz neues Körpergefühl und sind denn auch mit dem Ergebnis hoch zufrieden.

Kann man davon ausgehen, dass das Ergebnis dauerhaft ist?
Dr. Herndl: Normalerweise ja. Sofern der Betroffene in den folgenden Jahren nicht extrem stark an Gewicht zunimmt, ist eine erneute Brustvergrößerung nicht zu erwarten. Voraussetzung für ein dauerhaftes Ergebnis ist allerdings die vollständige Entfernung des Brustdrüsengewebes; wird nur eine Fettabsaugung zur Beseitigung der Fettdepots durchgeführt, wird die Brustdrüse nicht verkleinert und dementsprechend kann auch das Ergebnis nicht optimal sein. Und noch ein Punkt spricht für die operative Beseitigung von abnorm vermehrtem Brustdrüsengewebe: Der Eingriff vermindert das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, ein Risiko, von dem auch Männer betroffen sein können.

Kann der Eingriff ambulant durchgeführt werden?
Dr. Geishauser: Im Allgemeinen schon. Abhängig von der Menge des zu entfernenden Brustdrüsen- bzw. Fettgewebes raten wir unseren Patienten jedoch mitunter dazu, zur Überwachung die erste Nacht nach dem Eingriff in einem Krankenhaus zu verbringen. Auf diese Weise ist eine größtmögliche medizinische Sicherheit gewährleistet. Insgesamt aber lässt sich sagen, dass die operative Korrektur der männlichen Brust im Allgemeinen mit einem niedrigen Risiko verbunden ist. So sind Komplikationen sehr selten. Auch leichte Schmerzen im Anschluss an die Operation klingen rasch ab.

Werden diese Operationskosten von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet?
Dr. Herndl: Wenn eine ausgeprägte Gynäkomastie besteht, liegt eine medizinische Indikation vor. In solchen Fällen kommt die gesetzliche Krankenversicherung für die Kosten des operativen Eingriffs auf.

 

Zu den Personen

Die Fachärzte für Plastische Chirurgie Dr. med. Eugen Herndl, Dr. med. Hans-Hermann Wörl und Priv. Doz. Dr. med. Max Geishauser können auf eine lange Berufserfahrung zurückblicken: Bevor sie im Sommer 2002 in München ihre Praxis für Plastische Chirurgie eröffneten, waren sie mehrere Jahre an renommierten Münchner Krankenhäusern tätig.

So war Dr. Herndl 16 Jahre lang leitender Oberarzt der Abteilung für Plastische Chirurgie am Städtischen Krankenhaus München-Bogenhausen, und ebenso arbeitete Dr. Wörl viele Jahre lang als Oberarzt an der Abteilung für Plastische Chirurgie am Städtischen Krankenhaus München-Bogenhausen. Dr. Geishauser habilitierte während seiner Zeit als Oberarzt der Abteilung für Plastische und Wiederherstellende Chirurgie am Münchner Klinikum rechts der Isar im Fach Plastische Chirurgie und übt seitdem eine Lehrtätigkeit als Privatdozent an der TU München aus.)

Priv.Doz.Dr.med. Max Geishauser

Dr.med. Hans-Hermann Wörl


Dr.med. Eugen Herndl