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»Energie-Vitamin« für Herz, Kreislauf und Leistung
Coenzym Q10
Von Apotheker Thomas Knaier
Coenzym Q10 ist ein zentrales Bindeglied der Energiegewinnungskette in den Kraftwerken unserer Zellen, den Mitochondrien. Ohne den Nährstoff gäbe es keine Energie, könnte keine Zelle des menschlichen Körpers arbeiten. Mittlerweile macht das Coenzym Q10 deshalb als Nahrungsergänzungsmittel zum Schutz unserer Zellen und insbesondere als Herzschutzmittel von sich reden. Es ist problemlos in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien zu bekommen; die Qualität der Produkte ist allerdings unterschiedlich.
Coenzym Q10 in der Nahrung
Da Coenzym Q10 so wichtig ist, kommt die Substanz fast überall vor. Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien enthalten ebenso CoQ10 wie Pflanzen und nahezu alle tierischen Zellen. Q10 ist in zahlreichen Lebensmitteln, vor allem jedoch in Eiern, Fleisch und Fisch enthalten. Der Körper kann es selbst herstellen, braucht hierzu jedoch Hilfsnährstoffe wie die B-Vitamine, Folsäure und Niacin. In unserer täglichen Nahrung stecken nur etwa zehn Milligramm Coenzym Q10. Der Q10-Gehalt unserer Lebensmittel wurde durch die »technologischen Wunder der Lebensmittelindustrie«, etwa künstliche Frühreifung, lange Lagerung und Vorkochen von Gemüse in Konserven, stark dezimiert. Hauptlieferant von CoQ10 ist Rindfleisch, vor allem Herz, Muskel und Leber sind reich an diesem Vitaminoid. Aber auch Huhn, Lamm, Schaf, Fisch und Eier enthalten reichlich CoQ10. Mit einigen niedrigen Qs kommt das Coenzym in Pilzen vor.
Sicherheit des Vitaminoids
Coenzym Q10 hat – wie auch das in TOPFIT 01/2004 behandelte L-Carnitin – bereits eine beachtliche Medienkarriere hinter sich. Beide sind weder Allheil- noch Wundermittel – doch sie sind hoch wirkungsvoll, wenn es darum geht, dem Herzen neue Kraft zu verleihen. Der Vorteil von CoQ10 ist, dass es sich nicht um ein Arzneimittel, sondern um einen körpereigenen Nährstoff, der auch in der menschlichen Nahrung vorkommt, handelt. Es wird seit über 30 Jahren, weltweit anerkannt, millionenfach täglich als Nahrungsergänzung verzehrt. 1978 erhielt Prof. Dr. Peter Mitchell den Nobelpreis für die Entdeckung der Wirkungsweise von CoQ10. Bei Untersuchungen an vielen tausend Personen – auch in Langzeitstudien – sind keine Nebenwirkungen, wie etwa nach Medikamenteneinnahme, aufgetreten. Die gesetzlichen Anforderungen an CoQ10 sind in Japan, USA und Deutschland gleichermaßen sehr hoch.
Während der Mensch auf das »Herzwunder« CoQ10 am meisten angewiesen ist, um Herzkrankheiten vorzubeugen und den Alterungsprozess zu verzögern, schwindet mit den Jahren seine Fähigkeit, genügend CoQ10 zu bilden. Die nebenwirkungsfreie Vorbeugung und Behandlung von Herz- und Kreislaufbeschwerden durch CoQ10 als Nahrungszusatz ist weltweit anerkannt und sollte täglich erfolgen.
Einsatzgebiete und Präparate
Haupteinsatzgebiet der Nahrungsergänzung mit CoQ10 ist der vorbeugende Schutz der »Zellkraftwerke« (Mitochondrien), die nur ein ungenügendes Reparatursystem besitzen und bei CoQ10-Mangel Schäden addieren. Besteht ein Defizit, sollte dies umgehend ausgeglichen werden, was eigentlich nur mit CoQ10-Pulver in Kapseln oder mit flüssigem CoQ10 möglich ist. Die Ergänzung durch eine Diät ist praktisch wirkungslos. Biochemiker fanden heraus, dass Gelatinekapseln die optimale Form einer CoQ10-Gabe darstellen. Als Nahrungsergänzung sind 10 bis 30 Milligramm CoQ10 pro Tag empfehlenswert.
Transporteur für Sauerstoff
Die natürliche Herzbioenergie ist bei einem CoQ10-Mangel gestört. Da CoQ10 für den Transport von Sauerstoff benötigt wird, gelangt bei einem Mangel nicht genügend Sauerstoff in die Zelle. Die Erhöhung der Konzentration des Coenzyms im Herzgewebe bewirkt eine höhere Dichte der Mitochondrien. Diese können dann längere Zeit auf höherem Energieniveau bei geringerer Belastung des Herzens arbeiten. So kann man die CoQ10-Leistung und Energieverwertung des untrainierten Herzens – ohne Kniebeugen und Dauerlauf – steigern. Eine gute Möglichkeit für alle Sportmuffel, um die Belastbarkeit des Herzens bei Stress und ungewohnter Anstrengung natürlich zu erhöhen.
Herzpatienten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor Todesursache Nr. 1 in der westlichen Welt. Mit CoQ10, das vorbeugend verzehrt werden kann, haben wir jedoch einen mächtigen Verbündeten, um solche Krankheitsbilder gar nicht erst entstehen zu lassen. Bei drei Gruppen von Herzerkrankungen – Herzschwäche, Ischämie und Angina pectoris – kann CoQ10 ursächlich helfen. Bei Herzschwäche kann der geschädigte Herzmuskel messbar entlastet und vitalisiert werden. Bei Herzpatienten, die gut auf ihre Medikamente eingestellt sind, wird die Medikamentenwirkung durch CoQ10 verbessert und die Gefahr einer Entgleisung erheblich verringert. In den großen Studien der 1970er Jahre konnten bei ca. 70 Prozent der Herzkranken günstige therapeutische Auswirkungen beobachtet werden.
Sportler und Menschen über 40
Klinische Studien belegen, dass ein Leistungssportler durch CoQ10-Einnahme die Leistungsdauer verlängern und die Erholungsphase verkürzen kann.
Menschen über 40 Jahre ist eine Nahrungsergänzung mit CoQ10 unbedingt zu empfehlen. Denn lässt unsere natürliche Fähigkeit, CoQ10 ausreichend im Körper zu speichern, nach, wird die Herzleistung in Mitleidenschaft gezogen. |
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Steckbrief
Coenzym Q10 ist überall im Körper vorhanden. Es wurde daher »Ubichinon«, abgeleitet von ubiquitär (= überall), getauft. 1957 wurde es in Madison/Wisconsin (USA) in den Mitochondrien eines Rinderherzens entdeckt. Dr. Karl Folkers und seine Forscherkollegen an der Universität von Texas entschlüsselten seine lebenswichtige Bedeutung für Atmung und Energieproduktion. Coenzym Q10 (CoQ10) ist Bestandteil der Membran der Mitochondrien, die für die Gewinnung von 95 Prozent der zum Leben nötigen Energie verantwortlich sind. Alles, was atmet oder einmal geatmet hat, enthält CoQ10, denn es stellt die Energie zur Atmung zur Verfügung.
Biosynthese
Besonders konzentriert kommt CoQ10 in Zellen von Organen mit hohem Energiebedarf wie Herz und Leber vor. Der Körperbestand liegt bei ca. zwei Gramm. Zwar muss jeder Mensch CoQ10 über die Nahrung aufnehmen, der Organismus kann es aber auch aus niederwertigen Qs und B-Vitaminen herstellen. Der Begriff Coenzym Q10 trifft daher eher zu als die Bezeichnung Vitamin Q10 – wirkt die Substanz doch als Helfershelfer eines Enzyms. Für die menschliche Ernährung könnte man es auch als »höherwertiges Vitamin« bezeichnen. Übrigens ist Japan das einzige Land, das diesen Vitalstoff in größeren Mengen in guter Qualität produziert.
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