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Neue Wege in der Diagnose und Behandlung von Fußproblemen
Individuelle Ganganalyse mittels elektronischer Fußdruckmessung
Wenn Fußprobleme bestehen, erfolgt im Rahmen der diagnostischen Abklärung oft eine Fußdruckmessung, um Auskunft über die Druckbelastung des betroffenen Fußes zu erhalten. Mit der elektronischen Fußdruckmessung steht dem Orthopäden nun ein neues Verfahren zur Verfügung, das die elektronischen Messergebnisse direkt in die Produktion von individuellen Fußbettungseinlagen umsetzt.
Von Dr. Nicole Schaenzler
Bei Fußfehlstellungen und anderen Fußproblemen sind bestimmte Zonen des Fußes einer besonderen Druckbelastung ausgesetzt. Oft sind es die schmerzhaften Folgen der chronischen Überbeanspruchung, die den Betroffenen dazu veranlasst, sich in fußorthopädische Behandlung zu begeben. Ziel einer nicht-invasiven Therapie ist es, den Fuß an seinen Schwachstellen zu stützen, ihn durch Druckumverteilung zu entlasten und ihn dadurch vor einer erneuten Fehlbelastung zu schützen. Dies kann z.B. durch speziell angefertigte orthopädische Einlagen erreicht werden, die, frühzeitig eingesetzt, schwerwiegende Folgeschäden, mitunter auch einen operativen Eingriff verhindern können. Für eine therapeutisch effektive Einlagenversorgung sind jedoch eine genaue Diagnose durch den Facharzt sowie eine exakte Analyse des individuellen »Fußprofils« unerlässlich. Dies wiederum setzt voraus, dass der Fußdruck sowohl im statischen als auch im dynamischen Zustand gemessen wird – eine Analyse, die herkömmliche Methoden zur Fußdruckmessung jedoch bislang nicht bzw. nur unzureichend leisten konnten. Diese diagnostische Lücke wird nun durch die elektronische Fußdruckmessung geschlossen. Denn mit diesem Verfahren können erstmals nicht nur die Druckverhältnisse der Füße im Stand, sondern auch in der Bewegung ermittelt werden.
Millimetergenaue Erfassung
Grundlage der elektronischen Fußdruckmessung ist eine hoch entwickelte Messplattform. Diese erfasst millimetergenau die Fußstellung und die eingeleiteten Druckkräfte, und zwar nicht nur unter statischen Bedingungen, sondern auch bei dynamischen Abläufen. Dabei werden u.a. exakt der Schwerpunkt des jeweiligen Fußes, die Längen- und Breitenveränderungen während des Abrollvorgangs, der Zustand des Längsgewölbes und die Gewichtsverteilung auf der Fußsohle berechnet. Das Ergebnis ist ein individuelles Belastungsbild, das sowohl die persönlichen Besonderheiten des Patienten als auch das spezifische Reaktionsmuster des einzelnen Fußes berücksichtigt.
All diese Informationen werden per Computer dokumentiert und sind dann für die Fertigung der individuellen Einlage durch den orthopädischen Sanitätsfachhandel sofort abrufbereit.
Das Interview zum Thema
Über die Vorteile der elektronischen Fußmessung sprach TOPFIT mit dem Münchner Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin Dr. Steffen Zenta. Dr. Zenta praktiziert in einer orthopädischen Gemeinschaftspraxis u.a. sämtliche Erkrankungen und Fehlstellungen des Fußes; außerdem ist er einer der Leiter des Zentrums für Fußchirurgie der AirportClinic M am Münchner Flughafen.
Herr Dr. Zenta, die elektronische Fußdruckmessung ist ein innovatives Verfahren, das die Analyse und Diagnose von Fußproblemen entscheidend optimiert hat. Was ist der Unterschied zur herkömmlichen Fußdruckmessung?
Dr. Zenta: Mit den herkömmlichen Methoden konnten wir bislang lediglich die Füße im Stand messen. Dies ließ jedoch nur begrenzt Rückschlüsse auf die Fußreaktionskräfte in der Bewegung zu. Mithilfe der elektronischen Fußdruckmessung stehen uns nun objektive Daten zur Verfügung, die Aufschluss über das Abrollverhalten, die einzelnen Überlastungszonen der Füße, aber auch über das Gangbild und das Gleichgewichtsverhalten des Körpers in der Bewegung geben. Zusammen mit den Daten zur Druckverteilung in der statischen Situation und zur Geometrie der einzelnen Füße fließen diese Messergebnisse direkt in die Produktion von individuellen Fußbettungseinlagen ein und ermöglichen im Gegensatz zu herkömmlichen Einlagen eine sehr persönliche Einlagenanfertigung. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch mögliche Belastungsunterschiede zwischen beiden Füßen erstmals genau erkannt und entsprechend behandelt werden können.
Warum ist dies so wichtig?
Dr. Zenta: Es ist ja eher selten der Fall, dass beide Füße gleichzeitig von demselben Problem betroffen sind. Achs- und Fußfehlstellungen bzw. Zehendeformitäten, Arthrose im Fuß- oder Zehengelenk, eine gestörte Haltefunktion von Fußmuskeln und Bändern, Fersensporn, eine chronische Achillessehnenreizung — diese und andere Fußerkrankungen kommen meist einseitig vor. In diesem Fall kann z.B. die Anfertigung von zwei unterschiedlichen Einlagen notwendig sein, die exakt den speziellen Erfordernissen des jeweiligen Fußes angepasst sind. Hier leistet die computergestützte Fußdruckmessung wertvolle Dienste, weil sie uns nun auch eine präzise Beurteilung der Seitenunterschiede der Füße unter Belastung ermöglicht. Die elektronischen Messergebnisse werden mit der hoch individuellen Einlagenproduktion direkt umgesetzt und sorgen für eine besser Verteilung der Körperlasten, um so die Druckspitzen im jeweiligen Fuß punktgenau zu entlasten und damit die Fehlbelastung auszugleichen.
Ist die Untersuchung für den Patienten aufwändig?
Dr. Zenta: Nein, überhaupt nicht. Die Messung ist schnell durchgeführt und stellt für den Patienten keinerlei Belastung dar. |
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Unsere Link-Empfehlung:
www.airportcliinic-m.de
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