Gesund im Mund
Gesund im Mund

Entzündungserkrankungen sind die »Epidemien der Moderne «. Trotz aller Fortschritte der Hochleistungsmedizin nehmen Allergien, Diabetes, rheumatische Erkrankungen, Magen- und Darm- sowie Schilddrüsenerkrankungen zu. In Deutschland hat sich etwa die Allergierate in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Angesichts dieser Situation richtet sich das Augenmerk von ganzheitlich orientierten Zahnärzten auf ein neues inter disziplinäres Fach: die Umwelt- ZahnMedizin.

Von Dr. Lena Kertag

Umwelt-ZahnMedizin bedeutet die umfassend ausgerichtete zahnärztliche Behandlung chronisch kranker Patienten und die Anwendung individueller präventiver Behandlungskonzepte mit dem Ziel, chronisch-entzündliche Krankheiten auch außerhalb der Mundhöhle zu verhindern und zu lindern.

Eingriffe in den Körper
Eingriffe in die biologische »Integrität« von Menschen sind heute Routine. Fremdmaterialien werden in der Zahnmedizin, Orthopädie oder Chirurgie in den Körper eingebracht. Hinzu kommen medikamentöse und hormonelle Therapien, immunstimulierende oder immunsuppresive Behandlungen. Doch auch »lokale« Eingriffe haben Auswirkungen auf den ganzen Körper – mit Nebenwirkungen und eventuellen Folgeerkrankungen.

Warum Umwelt-ZahnMedizin?
Zahnmediziner sind gezwungen, Fremdmaterialien in den Körper der Patienten dauerhaft einzubringen. Jedes Material kann aber ein Trigger für chronische Entzündungen sein. Andererseits sind Zahnärzte mit immer mehr Patienten konfrontiert, die an chronisch-entzündlichen Erkrankungen aller Art leiden. Bei ihnen muss gezielt nach unverträglichen Materialien und Störfaktoren gesucht werden. Die wichtigsten Zahn-Störfelder von innen und außen sind:
Endogene Störfelder
• chronische Pulpitis
• verlagerte Zähne
• Granulome und Zysten
• Parodontitis marginalis
• chronische Kieferostitis
• Beeinträchtigung von Kiefergelenk und Kaumuskulatur
• Zahnwurzelentzündung
Exogene Störfelder
• Fluoride
• Kunststoffe
• Metalle
• Aldehyde
• wurzelbehandelte Zähne

Durch die Teamarbeit mit verschiedenen medizinischen Sparten ist die Umwelt-ZahnMedizin oft ein Rettungsanker für chronisch kranke Patienten, um eine toxikologische Dauerbelastung oder einen entzündlichen Prozess herauszufinden.
Diagnostik allein reicht allerdings nicht aus. Zahnärzte müssen auch wissen, wie sie problematisches Material ersetzen können bzw. welche Wechselwirkungen neue und alte Materialien haben – zum Schutz chronisch kranker, aber auch gesunder Patienten.

Frau Dr. Weber, individuelle Unverträglichkeiten bzw. Allergien nehmen zu. Wie reagieren Sie darauf?
Dr. Weber: Wir haben in unserer Praxis schon immer auf die individuelle Austestung von Zahnmaterialien bei Patienten Wert gelegt — und außerdem auf die Tatsache, dass uns Zähne Krankheiten in ganz anderen Teilen des Körpers anzeigen können. In solchen Fällen schlagen wir Betroffenen begleitende Therapien vor, etwa eine Darmsanierung mit Heilfasten nach F. X. Mayr. Ganz wichtig ist, dass wir nur biologisch kompatible Materialien verwenden und zudem bei der Planung von neuem Zahnersatz mit qualifizierten Zahntechnikern Hand in Hand arbeiten zum Wohle der Patienten.

 

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