Gewürznelkenbaum Arzneipflanze des Jahres 2010 Der Gewürznelkenbaum ist ein immergrüner, schlanker
Baum, der bis zu 20 Meter an Höhe im Wuchs erreichen
kann. Dabei liefert er nicht nur ein sehr aromatisches,
bekanntes Gewürz, sondern seine getrockneten
Blütenknospen werden in der medizinischen Anwendung
auch als traditionell bewährtes und sehr vielseitiges
Heilmittel, beispielsweise in der Zahnheilkunde
oder in der Kosmetikindustrie, geschätzt. Vom Verein
zur Förderung der naturgemäßen Heilweise wurde
der Baum daher jetzt zur Heilpflanze des Jahres 2010
gewählt. In diesem Beitrag soll daher ein kleiner
Überblick über die historische Bedeutung und medizinische
Anwendung dieser alten Arzneipflanze gegeben
werden.
Von Apotheker Thomas Knaier
Botanisch gehört der Gewürznelkenbaum
zur Familie
der Myrtengewächse. Er
war ursprünglich auf den Molukken
(Gewürzinseln), westlich von
Neuguinea, zu Hause. Heute werden
Gewürznelken jedoch auch in
tropischen Gebieten wie Sansibar,
Ceylon, Madagaskar und Teilen Südamerikas
kultiviert.
Verwendet werden die noch ungeöffneten
Blütenknospen, die wie
die gesamten Teile der Pflanze ätherisches
Öl enthalten. Beim Einkerben
getrockneter Gewürznelken
mit dem Fingernagel tritt als charakteristisches
Merkmal an der
Druckstelle ätherisches Öl aus. Im
volkstümlichen
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Sprachgebrauch werden die Gewürznelken auch als
»Nelken«, »Nägelein«, »Gewürznägelein
« oder »Kreidenelken« bezeichnet.
Die Stammpflanze ist der
Baum Syzygium aromaticum.
Gewürznelken
als Küchengewürz
Wohl jeder, der schon einmal Glühwein
hergestellt hat, kennt die Gewürznelke
als typisches Gewürz
aus der Küche zur Aromatisierung
von Speisen. Seit dem Mittelalter
werden Nelken zum Würzen (u. a. nämlich als Bestandteil der beliebten
Nelkenzigaretten mit ihrem
räucherstäbchenartigen Duft.
Gewürznelken als
»Droge«
Gewürznelken sind das, was der
Pharmazeut als »Droge« bezeichnet.
Diese Bezeichnung hat im pharmazeutischen
Sinn allerdings nichts
mit einer (halluzinogenen) Droge
im landläufigen Sinn zu tun.