Die MIC-Technik zur Behandlung von Leistenbrüchen (Forts.)



Offene herkömmliche Operationstechniken
Bei den offenen OP-Techniken wird in der Leistenregion ein 5-10 cm langer Schnitt gelegt und alle Bauchdeckenschichten präpariert und einzeln vernäht, oder ein Kunststoffnetz durch Nähte fixiert. Diese OP-Methoden können auch in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Sollte eine Kontraindikation zur MIC-Technik bestehen (sehr schlechte Herz-/Lungenfunktion oder eine offene Voroperation wegen Prostatakrebs), werden vorwiegend die beiden folgenden offenen Operationsmethoden von mir angewandt:
Leistenreparation nach Shouldice (meist für junge Patienten mit kleinen Leistenbrüchen): Seit Jahrzehnten internationaler Standard der konventionellen OP-Technik. Hier werden sämtliche Bauchwandschichten im Leistenbereich einzeln vernäht, insbesondere wird hier die Rekonstruktion der tiefsten Schicht durch Doppelung der sog. fascia tranversalis durchgeführt.
Leistenreparation nach Lichtenstein
(meist für ältere Patienten mit großen Leistenbrüchen): Bei dieser OP-Methode wird ein Kunststoffnetz spannungsfrei auf Muskulatur und Leistenband eingenäht unter Neubildung eines Leistenringes.
Auf weitere offene OP-Techniken ( "Minimal-repair", Rutkow, etc.) möchte ich in diesem Rahmen nicht eingehen, informiere Sie jedoch gerne in einem persönlichen Gespräch.
Anzeige
Wir empfangen einen Notruf. Absender: Das Meer.

Schmerzhafte Leiste / Sportlerleiste
Bei der sog. "Sportlerleiste" (meist Fußballer) ist im Gegensatz zum Leistenbruch der Schmerz das zentrale Symptom. Ein gleichzeitig vorliegender Leistenbruch ist äußerst selten.
Die Ursachen für den Leistenschmerz, welcher in der Regel sehr verstärkt bei Belastungen auftritt und bei Trainings-/Spielpausen meist zurückgeht, sind äußerst vielschichtig. Eine sehr subtile Untersuchung der Wirbelsäulen-, Becken- und Beinstatik inclusive der Gelenke ist genauso unabdingbar, wie eine Funktionsprüfung der Muskulatur und Sehnenansätze, welche die Leistenregion tangieren. (Auch bei nicht sportlich Aktiven können natürlich ebenfalls diverse orthopädische Probleme zu Leistenbeschwerden führen!)
Nicht unbedingt ursächlich, jedoch auslösend für die Leistenschmerzen beim Fußballer, sind starke Über- und/oder Fehlbelastungen beim Schießen mit außenrotiertem Bein, beim Grätschen und beim Sprinten mit rascher Richtungsänderung.
Ein Behandlungskonzept kann also erst nach eingehender Untersuchung in Absprache mit Orthopäden und Physiotherapeuten individuell erstellt werden.
Die allgemein übliche Diagnose "schmerzhafte weiche Leiste" sollte wegen der komplexen Ursachen daher m.E. nicht mehr angewandt werden.


Anzeigen
Med-PR Werbepartner für Print und Web

Silberwaren Schaenzler Köln

Care Spende - Ziege kostet 30 Euro


Vorteile der minimalinvasiven Operationstechniken (MIC)

1. Sie haben erheblich weniger postoperative Schmerzen, über 90% nehmen keine Schmerzmittel am Tag nach der Operation.

2. Sie können äußerst rasch wieder belasten, für leichtere Alltags- tätigkeiten sofort.

3. Sie haben ein minimales Rezidivrisiko (Wiederauftreten eines Bruches).

4. Beidseitige Leistenbrüche können in einer Sitzung mit den gleichen drei kleinen Zugängen operiert werden.

5. Insbesondere Rezidivbrüche nach Voroperationen können technisch besser und risikoärmer versorgt werden.

Bei der TEP-Technik bestehen weitere Vorteile gegenüber der TAPP-Technik:

6. Es ist kein Eingehen in die Bauchhöhle erforderlich, dadurch weniger Verletzungsgefahr, insbesondere vorteilhaft bei erfolgten Voroperationen im Bauchraum.

7. Zur Netzfixierung ist keine Verwendung von Titanklammern erforderlich, wodurch Nervenverletzungen so gut wie ausgeschlossen sind.

Linkempfehlung

www.chirurgie-minimalinvasiv.de
Dr. med. Klaus Höllenriegel, München