Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto größer sind die Chancen, ihn durch eine
Brust erhaltende Operation zu heilen. Hierfür steht seit kurzem ein neuartiges
digitales Mammographiesystem zur Verfügung, das mit einer wesentlich reduzierten
Strahlendosis arbeitet. TOPFIT sprach mit dem Münchner Facharzt für Radiologie
Dr. med. Michael Risch, der zusammen mit seinem Kollegen Dr. med. Jochen Bader in
Deutschland das erste Praxiszentrum für Microdosis Mammographie gegründet hat.
Von Dr. Nina Schreiber Herr Dr. Risch, vor kurzem haben Sie als erste Praxis das
erste Microdosis Mammographiegerät in
Deutschland in Betrieb genommen. Was
hat Sie dazu bewogen, Pionierarbeit zu
leisten und das neue System in Ihr Leistungsspektrum
aufzunehmen?
Dr. Risch: Das neue digitale Mammographiesystem
hat uns einfach überzeugt.
Dank seiner sehr guten Bildqualität und
der stark reduzierten Strahlendosis erlaubt
das Gerät eine ausgesprochen Patienten
schonende Untersuchung und bietet
zugleich größtmögliche diagnostische
Sicherheit. Außerdem trägt es zu
einer weiteren Optimierung unserer Arbeitsabläufe
bei. So können wir u. a. die
Bilder bereits unmittelbar nach der Aufnahme
auf dem Bildschirm begutachten -
auf diese Weise bleibt der Patientin z. B.
langes Warten auf den Befund erspart. In
Bezug auf apparative Innovationen haben
wir aber schon immer eine Vorreiterrolle
eingenommen. Dabei liegt unserer Offenheit
gegenüber hochmodernen Technologien
das Bestreben zugrunde, unseren
Patienten stets die bestmögliche medizinische
Betreuung zu bieten. So war unsere
Praxis z. B. auch die erste Röntgenpraxis
in Deutschland, die die digitale
Vollfeld-Mammographie als Standardleistung
eingeführt hat. Zusammen mit Ihren Kollegen führen
Sie jährlich mehr als 10.000 Mammographien
in Ihrer Praxis durch. Teilen
Sie die Meinung der Deutschen Krebshilfe,
dass die Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung
Leben retten kann?
Dr. Risch: Ja. Ein bösartiger Tumor der
Brust, der in einem frühen Stadium erkannt
wird, kann in neun von zehn Fällen
geheilt werden. Hier kommt der Mammographie
eine zentrale Bedeutung zu:
Mit ihr können bereits kleinste Veränderungen
der Gewebestruktur aufgespürt
werden, lange bevor eine Verhärtung
oder ein Knoten ertastet wird. Zudem
leistet sie bei der Beurteilung von unklaren
Befunden wertvolle Dienste. Wichtig
ist, dass die Untersuchung mit modernen
Apparaturen erfolgt, die wenig belastend
sind und über die technischen
Voraussetzungen verfügen, um Fehldiagnosen zu vermeiden. So können wir
mit der Microdosis Mammographie z. B.
Verdichtungen der Brust gut von einem
bösartigen Tumor abgrenzen. Gerade
dies ist mit der herkömmlichen Mammographie,
bei der die Aufnahme der
weiblichen Brust auf einem Röntgenfilm
abgebildet und vom Arzt vor einer
Lichtquelle begutachtet wird, schwierig
zu bewerten. Sind Röntgenstrahlen nicht gefährlich?
Dr. Risch: Jede Röntgenuntersuchung
bedeutet prinzipiell eine zusätzliche
Strahlenbelastung. Jahrelange Studien
haben jedoch gezeigt, dass der Nutzen,
Brustkrebs frühzeitig entdecken zu
können, deutlich höher ist, als das Risiko,
durch die Mammographie an Krebs zu erkranken.
Außerdem zeichnen sich die
neuen Verfahren gegenüber der konventionellen
Mammographie nicht nur durch
eine herausragende Bildqualität, sondern
auch durch eine deutliche Verringerung
der Strahlenbelastung aus. So ist die Belastung bei
der neuen MicrodosisMammographie
im Vergleich zu herkömmlichen
Untersuchungen um bis zu 80 Prozent
geringer. Welche Frau sollte eine Mammographie
durchführen lassen?
Dr. Risch: Eine Basis-Mammographie sollte
bei allen Frauen zwischen dem 30. und
40. Lebensjahr zum ersten Mal durchgeführt
und dann alle zwei Jahre wiederholt
werden. So können die aktuellen Bilder
mit den älteren verglichen werden, um
mögliche Veränderungen zu erkennen
bzw. deren Verlauf zu beurteilen. Eine
Frau, deren Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt ist, sollte nach der
Basisuntersuchung jährlich eine weitere
Mammographie durchführen lassen. Sie
sollte auch immer dann erfolgen, wenn
ein Knoten in der Brust getastet oder unklare
Schmerzen aufgetreten sind. Ganz
wichtig ist eine Mammographie auch für
Frauen nach den Wechseljahren, da das
Brustkrebsrisiko ab diesem Alter deutlich
zunimmt. |
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Microdosis Mammographie
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wo jedes Photon zählt
Das neuartige digitale Mammographiesystem
Sectra MDMTM wurde von der schwedischen
Firma Sectra Imtec entwickelt. Der
Schlüssel zur Leistung des Systems liegt in
einer grundlegend neuen Detektortechnologie,
bei der der Detektor buchstäblich
jedes einzelne Photon zählt, das auf seine
Oberfläche trifft. Das Ergebnis: eine extrem
hohe Detailauflösung - und eine erhebliche
Reduzierung der Strahlendosis. Damit ist
bei einer Mammographie die Strahlungsbelastung
so gering wie niemals zuvor.
Zudem sorgt eine neue Scannertechnik für
eine Verminderung der Streustrahlung,
was auch der Bildqualität zugute kommt.
Der Detektor ist in ein leicht bewegliches,
ergonomisches Mammographiegerät eingebaut,
wodurch die Untersuchung von
den Patientinnen gewöhnlich als kaum
belastend erlebt wird. Die Kosten für eine
Mammographie mit dem neuen Mammographiesystem
wird von den Privatkrankenkassen
erstattet. |
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