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Microdosis Mammographie
Weniger Strahlen, mehr Sicherheit

Schonend, sicher und risikoarm: Mit der Microdosis Mammographie hat in der Diagnostik zur Früherkennung von Brustkrebs ein neues Zeitalter begonnen. Der Schlüssel zur Leistung des innovativen Mammographiesystems liegt in einer grundlegend neuen Detektortechnologie, bei der der Detektor buchstäblich jedes einzelne Photon zählt, das auf seine Oberfläche trifft. Das Ergebnis sind eine extrem hohe Detailauflösung und eine erhebliche Reduzierung der Strahlendosis. Damit ist bei einer Mammographie die Belastung durch Strahlung so gering wie niemals zuvor. Über ihre Erfahrungen mit der Microdosis Mammographie sprach TOPFIT mit der Münchner Fachärztin für Radiologie, Dr. med. Gabriele Welter.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Frau Dr. Welter, vor kurzem hat hier in München das erste Zentrum für Microdosis Mammographie in Deutschland seinen Betrieb aufgenommen. Können Sie eine erste Bilanz ziehen?
Dr. Welter: Vor allem kann ich sagen, dass das neue digitale Mammographiesystem unsere Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllt hat. Durch die extrem niedrige Strahlendosis, die gegenüber herkömmlichen Mammographiegeräten um bis zu 80 Prozent verringert ist, ist die Gesundheitsvorsorge für Frauen noch einmal deutlich verbessert worden. Neben der geringen Strahlenbelastung zeichnet sich die Microdosis Mammographie durch eine herausragende Bildqualität aus. Die Aufnahmen sind so genau, dass wir im Idealfall sogar Karzinome unter einem Millimeter feststellen können - dies ist mit der herkömmlichen Mammographie nicht möglich. Dass wir nun bereits kleinste Veränderungen der Gewebestruktur aufspüren können, macht die Brustkrebsfrüherkennung noch effizienter und sicherer. Denn je früher ein bösartiger Tumor in der Brust erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Außerdem zieht ein früh entdeckter Brustkrebs für die Patientin meist einen kleineren operativen Eingriff nach sich. Darüber hinaus erlaubt es die digitale Feinauflösung, dass Verdichtungen der Brust, wie sie bei jüngeren Frauen häufig vorkommen, besser von bösartigen Tumoren abgegrenzt werden können. Hier kommt uns auch die Bildnachbearbeitung der Microdosis Mammographie zugute, mit der dichtes Gewebe »durchsichtiger« gemacht werden kann. Durch die Bildnachbearbeitung kann zudem der Ausschnitt jedes beliebigen Areals der Brust vergrößert werden, ohne dass eine weitere Aufnahme notwendig ist.

In welchem Alter sollten Frauen, Ihrer Ansicht nach, eine Basisuntersuchung durchführen lassen?
Dr. Welter: Meiner Meinung nach sollte eine Basismammographie ab dem 40. Lebensjahr erfolgen. Denn die jährlichen Statistiken in Deutschland zeigen, dass auch jüngere Frauen immer häufiger von Brustkrebs betroffen sind.

Lange Zeit wurde die Mammographie als Basisuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs wegen der zusätzlichen Strahlenbelastung ja kontrovers diskutiert...
Dr. Welter: ...das stimmt. Verschiedene Langzeitstudien haben jedoch gezeigt, dass der Nutzen, Brustkrebs frühzeitig entdecken zu können, deutlich höher ist als das Risiko, durch die Mammographie an Krebs zu erkranken. Nun steht mit der digitalen Microdosis Mammographie für die Früherkennung von Brustkrebs ein neues Gerät zur Verfügung, wodurch dieses Risiko noch weiter verringert werden konnte.

Also ist die Microdosis Mammographie das Verfahren der Zukunft?
Dr. Welter: Davon bin ich überzeugt. Die Microdosis Mammographie erlaubt eine ausgesprochen schonende Untersuchung und bietet zugleich größtmögliche diagnostische Sicherheit. Hinzu kommt, dass das neue Mammographiegerät leicht beweglich und ergonomisch geformt ist; es kann optimal auf die Bedürfnisse der Patientin eingestellt werden - damit überzeugt es auch in puncto Komfort. Entsprechend positiv ist das Feedback unserer Patientinnen.

Hat das neue digitale System auch Vorteile für die Arbeitsabläufe der Ärzte?
Dr. Welter: Ja, auch dafür eröffnen die digitalen Eigenschaften des Geräts neue Perspektiven. Beispielsweise bieten sich uns völlig neue Möglichkeiten in der Archivierung und Versendung der Bilddaten. Früher waren große Archivräume für die Lagerung alter Bilder und Aufzeichnungen erforderlich. Diese können nun platzsparend in einem digitalen Archiv gespeichert werden. Im Zentrum für Microdosis Mammographie werden die gespeicherten Befunde zehn Jahre lang aufbewahrt. So können wir z. B. immer wieder ältere und neue Aufnahmen miteinander vergleichen. Im Übrigen können die Untersuchungsbilder mithilfe der Teleradiologie an andere Praxen oder Kliniken übermittelt werden - dies spart Zeit und natürlich auch Kosten.

Alarmsignale

Folgende Veränderungen können auf eine Erkrankung der Brust hinweisen und sollten sicherheitshalber durch eine strahlenarme Mammographie abgeklärt werden:

* Entzündungen
* Absonderung von Flüssigkeit aus den Brustwarzen
* Vorwölbungen und Einziehungen
* Tastbare Knoten bzw. Knötchen im Brustgewebe

Lesen Sie hierzu auch den Artikel
"Neue Wege in der Früherkennung von Brustkrebs"