Ästhetisch ganzheitliche Zahnmedizin

Zahnvorsorge und Parodontose-Behandlung

Für schöne und gesunde Zähne ist eine regelmäßige Zahnprophylaxe von immenser Bedeutung. Sie verhilft nicht nur zu einem ästhetisch optimalen Aussehen, sondern sie dient auch der Früherkennung von Zahnbetterkrankungen, durch die heute mehr Zähne geschädigt werden bzw. verloren gehen als durch Karies. Von Parodontose sind leider immer mehr Menschen betroffen. Die ganzheitliche Zahnmedizin geht hier neue Behandlungswege.

Von Dr. Lena Kertag

Zahngesundheit ist vor allem eine Frage der Prophylaxe – und diese kann nicht früh genug beginnen. Schon im Kindesalter erfolgt nämlich die Besiedlung des Mundraums mit Bakterien, die im Verein mit anderen Faktoren später Zahnbettentzündungen hervorrufen können. Eine gesunde Mundflora ist also das A und O für schöne und gesunde Zähne.

Zahnschutz durch Prophylaxe
Neben der üblichen Zahnpflege ist die professionelle Prophylaxe beim Zahnarzt unabdingbar für die Zahngesundheit. Doch sie sollte nicht nur der Entfernung von Zahnbelägen dienen, sondern auch dem Aufspüren von Herden und der Vorbeugung von Zahnbetterkrankungen (Parodontitiden). Eine Prophylaxe sollte deshalb immer von einer speziell ausgebildeten Zahnhygienikerin durchgeführt werden. In der ganzheitlichen Zahnmedizin geben Speicheltests Aufschluss über Bakterien, Säuregehalt und Selbstreinigungskraft der Mundhöhle – und beeinflussen damit die Art und die Häufigkeit einer Prophylaxe.

Gefahren von Parodontose
Studien belegen, dass mittlerweile 95 Prozent der Deutschen an verschiedenen Formen von Zahnbetterkrankungen leiden. Hauptgrund für deren Entstehung ist die Bildung von Plaque (Zahnbelag). Solche Beläge verhärten sich unter dem Einfluss des Speichels, der Parodontose-Bakterien enthält. Weitere Faktoren – Rauchen, Stress und das körpereigene Abwehrsystem – tragen zur Parodontose-Entstehung mit bei. Und wie man mittlerweile weiß: Parodontose führt nicht nur zu Zahnfleischschwund und zum Verlust von Zähnen, sondern sie erhöht auch die Gefahr eines Herzinfarkts um das Dreifache und bei Schwangeren die Gefahr einer Frühgeburt um das Siebenfache.

Neue Behandlungsansätze
Eine Alternative zur konventionellen Parodontose-Behandlung – oft mit Antibiotika – stellt die Nosodentherapie dar. Dabei wird mit hauchdünnen Papierspitzen Flüssigkeit (und damit Keime) aus dem Zahnspalt entnommen. Im Labor werden daraus Autonosoden hergestellt, mit denen der Patient anschließend behandelt wird. Die Autonosoden (= aus patienteneigenen Substanzen hergestellte Homöopathika) bekämpfen die Erreger des Betroffenen auf immunologischer Ebene.

Eine weitere Behandlungsalternative: Die hässlichen freiliegenden Zahnhälse bei Parodontose können – auch ohne massive kieferchirurgische Eingriffe – mit bioverträglichen Kompositen optisch anspruchsvoll saniert werden.


Das Interview zum Thema

Frau Dr. Weber, der Verkauf von Zahnpflegemitteln hat sich verdoppelt. Doch das ist wohl kein wirksamer Schutz vor Parodontose?
Dr. Weber: Leider nein. Natürlich soll jeder seine Zähne optimal pflegen, um Karies zu vermeiden, doch gerade bei Zahnbetterkrankungen spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Deshalb ist neben der individuellen Zahnpflege die professionelle Zahnprophylaxe so wichtig. Denn hierbei haben wir die Möglichkeit, die Bakterien der subgingivalen Flora, also die Keime, die sich unter dem Zahnfleischrand befinden, näher zu untersuchen und uns so ein Bild von der Mundflora eines Patienten zu machen. Dies ist — neben Zahnbelag, Risikofaktoren wie Rauchen, Stress und auch Ernährung — eine wichtige Diagnose.
Neben den Keimen scheint Rauchen ein großer Risikofaktor zu sein?
Dr. Tömöri: Das ist richtig, doch es gibt da noch andere
Zusammenhänge. Zähne zeigen uns auch Krankheiten in anderen Teilen unseres Körpers an. Beispielsweise stehen die Backenzähne (die 6er) in Verbindung mit dem Darm, einem Teil unseres Immunsystems. Tiefe Taschen an den Backenzähnen deuten hier auf Probleme hin. Deshalb sollte eine Parodontosebehandlung auch mit anderen Therapien kombiniert werden, bei diesem Beispiel etwa mit einer Darmsanierung. Bewährt hat sich hier das Heilfasten nach F.X. Mayr.
Welche Erfahrungen haben Sie mit der Nosodentherapie gemacht?
Dr. Weber: Sehr gute. Diese Therapie setzt direkt am Grundproblem an. Denn geringe Mengen von Parodontose-Bakterien findet man auch bei gesunden Menschen. Bei Parodontose muss also noch etwas hinzu kommen. Ganz wichtig ist hier die körpereigene Abwehr. Neben individuell ausgetesteten, fehlenden Vitalstoffen, die zur Knochenregeneration benötigt werden, gibt es die Nosodentherapie. Dieser Zweig der Homöopathie bedient sich der Krankheitserreger des Patienten, um ihn zu heilen, d.h., die Erreger aus der Zahntasche werden homöopathisiert und dem Patienten wieder zurück gegeben. Sie wirken dann als eine Art Katalysator, der die Immunabwehr des Betroffenen stärkt. Durch die Gabe dieser Autovakzine kann sich das Zahnfleisch gut regenerieren.
Frau Dr. Weber, Sie sind bekannt für eine schonende ästhetische Zahnsanierung. Wie versorgen Sie die Zähne?
Dr. Weber: Die langen unschönen Zahnhälse bei fortgeschrittener Parodontose kann man minimal-invasiv sanieren. Lockere Zähne können mit Kompositen »geschient« werden; die Zahnzwischenräume können ebenfalls mit Kompositen optisch verkleinert werden.

 

Interview zum Thema

Frau Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber (links) betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin, ganzheitliche Kieferorthopädie und Ästhetik in München-Sendling. Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e.V.). Seit 1990 bildet sie sich intensiv in ästhetischer Zahnmedizin fort und wird demnächst qualifiziertes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für ästhetische Zahnmedizin. In ihrer Praxis arbeitet auch Frau Dr. Kinga Tömöri (rechts), die u.a. auf ganzheitliche Kieferorthopädie spezialisiert ist. >>>