Radiowellen - für gesunde, schöne Beine
Ästhetisch-plastische Chirurgie

Sind Krampfadern nur ein kosmetische Problem, das man getrost ignorieren kann, wenn man sich nicht weiter daran stört? »Auf keinen Fall«, ist der einhellige Tenor der Münchner Fachärzte für Ästhetisch-Plastische Chirurgie Priv.-Doz. Dr. Max Geishauser, Dr. Eugen Herndl, Dr. Hans-Hermann Wörl und Dr. Stefan Schmiedl. »Da sich oft ein ausgeprägtes Venenleiden dahinter verbirgt, sollten die Ursachen möglichst bald abgeklärt und die Krampfadern entfernt werden.« Dies ist nun mithilfe von Radiowellen möglich, mit der Krampfadern unkompliziert und besonders schonend beseitigt werden können.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Dr. Herndl, warum plädieren Ärzte dafür, dass Krampfadern möglichst bald entfernt werden sollten?
Dr. Herndl: Kampfadern sind oft sichtbare Zeichen für ein höhergradiges Venenleiden, das nicht nur die oberflächlichen Venen der Haut, sondern z. B. auch die großen Stammvenen des tiefen Venensystems betrifft. Der durch eine Venenklappeninsuffizienz entstandene Rückstrom des Bluts setzt die Venenwände unter großen Druck, sodass sie ausleiern. Es bilden sich stark geschlängelte, unschöne Geflechte an den Beinen — Krampfadern. Aus medizinischer Sicht ist damit ein erhöhtes Risiko für Komplikationen verbunden: Zum einen kann die Haut im Versorgungsgebiet der betroffenen Vene(n) bis hin zum »offenen Bein« Schaden nehmen; zum anderen erhöht sich das Thrombose- und damit auch das Lungenembolie- Risiko. Da einmal entstandene Krampfadern nicht von selbst wieder verschwinden, gibt es praktisch nur eine erfolgversprechende Option: die geschädigten Venenabschnitte zu entfernen oder zu verschließen, um so die noch intakten Abschnitte nicht weiter zu überlasten und die Gefahr für Spätfolgen zu bannen.

Wie gehen Sie im Einzelnen vor?
Dr. Geishauser: Da es allein meist nicht ausreicht, Krampfadern — oder auch Besenreiser — zu entfernen, haben wir ein abgestuftes Therapiesystem entwickelt, das sowohl auf eine schonende und ästhetisch ansprechende Krampfaderbeseitigung abzielt, als auch die Ursache für ihre Entstehung beseitigt. Als ästhetisch- plastische Chirurgen haben wir naturgemäß etwas gegen Narben. Deshalb steht bei uns Ästhetik gleichberechtigt neben der medizinischen Behandlung zur Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit von geschädigten Venenabschnitten. Wir wenden nur stadiengerechte, möglichst wenig invasive Methoden und plastisch-chirurgische Naht- und Klebetechniken an. Das Ergebnis sind schöne, venengesunde Beine.

Was ist die Methode der Wahl, wenn Stammvenen betroffen sind?
Dr. Schmiedl: Hundert Jahre lang war dies die Domäne des Venenstrippings. Hierbei wird die kranke Vene über eine spezielle Sonde gezogen. Das Verfahren ist zwar effektiv, jedoch infolge der notwendigen größeren Schnitte in Leiste und Kniekehle mit einem relativ starken Gewebetrauma im Unterhautgewebe verbunden. Selbst wenn man besonders schonend vorgeht, lässt sich nicht verhindern, dass »unterirdisch« immer auch Seitenäste und Lymphgefäße abreißen. Die Folgen sind ausgeprägte Schwellungen und innere Blutergüsse, die Wochen benötigen, um vollständig abzuklingen. So muss mit einer Arbeitsund Sportunfähigkeit von bis zu drei Wochen und dem sechswöchigen Tragen eines Kompressionsstrumpfes gerechnet werden. Eine schonende Alternative ist die sogenannte endoluminale Radiowellen- Verödung, mit der das Problem von innen gelöst wird und für das nur noch ein kleiner Schnitt nötig ist. Gegenüber den gängigen Methoden der Krampfaderbehandlung bietet diese minimalinvasive Vorgehensweise große Vorteile: Das Gewebetrauma und die Bildung von Blutergüssen sind deutlich geringer, sodass kaum postoperative Schmerzen zu befürchten sind. Dementsprechend ist auch die Rekonvaleszenz wesentlich kürzer: Viele können bereits am nächsten Tag wieder ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen; ebenso genügt es, wenn die Kompressionsstrümpfe maximal zehn Tage getragen werden. Dadurch wird auch die früher geltende Regel, niemals Krampfadern im Sommer zu veröden, hinfällig.

Wie läuft die Radiowellen-Verödung ab?
Dr. Wörl: Grundprinzip ist die Verödung der funktionsuntüchtigen Stammvene durch einen eingeführten Katheter von innen. Dadurch kommt es zu einer Schrumpfung der Venenwand und der gesamten Vene, die im Körper bleibt und in einen Bindegewebsstrang umgebaut wird, in dem kein Blut mehr fließen kann. Die Vene wird also an Ort und Stelle ausgeschaltet und nicht entfernt. Hierfür sind derzeit mehrere Technologien im Einsatz, allen voran das Laser- und das Radiofrequenzverfahren. Inzwischen hat sich jedoch der Einsatz von Radiowellen klar durchgesetzt.

Erfolgt die Radiowellen-Verödung ambulant, und wer übernimmt die Kosten?
Dr. Schmiedl: Ja, wir führen den Eingriff ambulant durch; anschließend können die Patienten wieder nach Hause gehen. Private Krankenversicherungen erstatten die Kosten in der Regel vollständig, als IgEL-Leistung kann das Verfahren aber natürlich auch von gesetzlich Versicherten in Anspruch genommen werden.

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