Rheumatische Erkrankungen: Wetterfühlige Gelenke Was man dagegen tun kann Bringen die ersten Herbsttage kühle Feuchtigkeit,
leiden viele Rheumakranke deutlich
stärker unter Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Damit Gelenke weniger anfällig
für Wetterfühligkeit sind, raten Rheumatologen
den Betroffenen zu regelmäßiger Aktivität
sowie zu gezielten »Abhärtungsmaßnahmen« gegen Wetterreize.
Von Dr. Nina Schreiber
Obwohl die Wetterfühligkeit
von rheumakranken Gelenken
in Forscherkreisen noch
viele Fragen aufwirft, ist ein Zusammenhang
zwischen bestimmten
Wetterkonstellationen und der
Verschlimmerung von rheumatischen
Beschwerden inzwischen
unbestritten. Demnach machen
Rheumapatienten die schwüle Hitze
an Hochsommertagen und vor
allem die feucht-kühle Witterung
im Herbst besonders stark zu schaffen.
Je nach Krankheitsbild reicht
die Bandbreite von einer deutlichen
Zunahme der Schmerzen und/oder
Bewegungseinschränkung bis hin
zur Auslösung eines akut-entzündlichen
Rheumaschubs, wodurch
einfachste Alltagstätigkeiten, die
sonst einigermaßen zu bewältigen
sind, zur Qual werden. Hinzu
kommt oft eine Verstärkung von
unspezifischen Symptomen wie
Abgeschlagenheit, Müdigkeit und/
oder Kreislaufproblemen.
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Was genau durch die Wetterreize
im Körper angeregt wird und welche
meteorologischen bzw. klimatologischen
Faktoren im Einzelnen
verantwortlich sind, ist unklar. Als
vielversprechend gelten Ansätze, die
die Ursache für Wetterfühligkeit in
unsichtbaren elektromagnetischen
Entladungen oder auch in subtilen
Luftdruckschwankungen vermuten.
Vieles spricht jedoch dafür, dass
nicht ein Auslöser, sondern letztlich
das Zusammenspiel verschiedener
Einflüsse verantwortlich ist.
»Rheuma« — eine
Krankheit mit vielen
Gesichtern
Auf dem Gebiet der Rheumatologie
wird nach wie vor intensiv geforscht.
Obwohl hierzulande jedes
Jahr mindestens 800 000 Neuerkrankungen
registriert werden,
sind die jeweiligen Auslöser für die
mehr als 400 Krankheitsbilder, die
unter dem Oberbegriff »Rheuma«
zusammengefasst sind, immer noch
nicht vollständig bekannt. Als weitgehend
gesichert gilt, dass bei den
chronisch-entzündlichen Formen ein fehlgeleitetes
Immunsystem beteiligt
ist.