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Wie man sich bettet... Gesunder Schlaf kommt nicht von ungefähr Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Dann schaltet unser Organismus auf »stand by« — in einen Erholungszustand, in dem Seele, Geist und Körper auftanken können. So sollte es zumindest sein. Doch immer mehr Menschen leiden unter den Folgen quälender Schlafstörungen. Und dies, obwohl die Ursache für Rückenschmerzen und schlechten Schlaf häufig ganz einfach behoben werden kann: durch eine Matratze und einen Lattenrost, die den Bedürfnissen des Schlafenden individuell angepasst sind. Von Bettina Jech Durchschlafen – das war für mich ein Fremdwort«, erinnert sich Christa Steinhauser aus Maisach immer noch ungern. Quälende Rückenschmerzen sorgten dafür, dass sie nachts regelmäßig aufwachte. Morgens fühlte sie sich dann wie »gerädert«. Als ihr auch noch die Finger Tag und Nacht immer wieder einschliefen, pelzig, gefühllos und dick wurden, ging sie zum Neurologen. Der Arzt diagnostizierte ein Karpaltunnelsyndrom und stellte in Aussicht, dass eine Operation über kurz oder lang wohl nicht zu vermeiden sei. Soweit kam es allerdings nicht. Um ihren Rücken zu entlasten, entschied sich Christa Steinhauser erst einmal dafür, eine neue Schlafunterlage anzuschaffen. Beim Matratzenkauf ließ sie sich von einem Fachmann beraten. Das Ergebnis war verblüffend: »Bereits nach wenigen Tagen konnte ich durchschlafen. Meine Beschwerden waren vollständig verschwunden. Seitdem starte ich erholt und schmerzfrei in den Tag«. Lebenselixier Schlaf Während des Schlafs regeneriert sich u.a. das gesamte Knochengerüst: die Wirbelsäule, die Muskeln und die gefährdeten Bandscheiben. Für die Erholung spielt unser Bett eine zentrale Rolle. Ausschlaggebend ist, dass Matratze und Lattenrost von guter Qualität sind und den individuellen Bedürfnissen des Schlafenden Rechnung tragen. Eine zu harte oder zu weiche Matratze auf einem durchhängenden oder mangelhaft stützenden Lattenrost führt früher oder später zu einer schlechten Liegeposition. Denn grundsätzlich können wir unsere Liegeposition nur kurz vor dem Einschlafen manipulieren. Wer keine, seinen anatomischen Gegebenheiten angepasste Matratze hat, dreht den Körper während der Nacht oft in eine Fehlhaltung, in der vor allem der Oberkörper extrem verbogen wird. Brustwirbel- und Halswirbelsäule sowie Muskeln und Bänder werden stark unter Druck gesetzt. In der Folge können Muskelverspannungen, Bandscheibenprobleme und schmerzende Druckstellen auftreten. Wird die Liegehaltung durch eine individuell angepasste Matratze korrigiert, kommt der Körper beim Schlafen wieder »in seine natürliche Form«, und jahrelange Beschwerden können manchmal schon nach Tagen verschwinden. Beratung muss sein Richtig liegen Im Alter steigen die Ansprüche Wer auf eine neue Matratze umstellen will, muss berücksichtigen, dass der Härteunterschied nicht zu drastisch ausfallen sollte, da der Körper im Lauf des Lebens immer weniger anpassungsfähig wird. Schlimmstenfalls kann es dabei zu Umstellungsbeschwerden kommen, die allerdings meist nach ein bis zwei Wochen überwunden sind. Egal wann Sie sich zum Kauf einer neuen Matratze entschließen – auf fachmännische Beratung sollten sie in jedem Fall Wert legen. Achten Sie immer darauf, dass Ihre individuellen Wünsche nicht zu kurz kommen, und bedenken Sie, dass letztendlich ihre Gesundheit zählt – und nicht der Preis. Das Interview zum Thema Herr Braun, was zeichnet eine richtig gute Matratze eigentlich aus? Walter Braun: Am Wichtigsten ist, dass die Matratze genau auf denjenigen zugeschnitten ist, der auf ihr schläft! Das finden Sie am besten mithilfe eines guten Beraters heraus, der Ihre individuellen Wünsche berücksichtigt und Ihnen erklärt, worauf Sie achten müssen — Ihr Gewicht, Ihre Figur oder bereits bestehende Beschwerden. Der Körper sollte sich liegend möglichst genauso darstellen, wie man ihn stehend wahrnimmt. Eine gute Matratze stützt immer den ganzen Körper, vor allem Kreuz und Taille, und sie gibt dort nach, wo sie besonders stark belastet wird, also an Schultern, Hüfte und Becken. Ziel ist es, die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Lage zu halten. Kann man eine gute Matratze auf jedes Bettgestell legen? Walter Braun: Nein, da müssen Sie vorsichtig sein. Eine hochwertige Matratze allein ist nämlich noch kein Garant für den gewünschten Schlafkomfort. Matratze und Lattenrost ergeben eine Einheit, die immer aufeinander abgestimmt sein sollte. Dabei ist die Matratze das harmonisierende Element, während der Lattenrost als Stütze fungiert. Es ist nicht immer nötig, zu einer neuen Matratze einen neuen Lattenrost zu kaufen, aber Sie sollten sich vom Fachmann genau erklären lassen, welcher Lattenrost für Ihre Bedürfnisse sinnvoll ist und zu der ausgesuchten Matratze passt. Welche Rolle spielen Materialien für den gesunden Schlaf? Walter Braun: Die Bedeutung des Materials sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Gerade Allergiker müssen darauf achten. Für sie empfiehlt sich Latex, Kaltschaum oder Schaum. Aus ergonomischer Sicht sind die besten Matratzenmaterialien Latex und Kaltschaum. Nicht ganz so hochwertig sind Federkern- und Taschenfederkern-Matratzen, viskoelastische Matratzen oder auch Wasserbetten. Für den Allergiker ist wichtig, dass der Matratzenbezug keine Staubritzen aufweist und bei 90 °C gewaschen werden kann. Was kann eine Matratze zum gesunden Schlafklima beitragen? Walter Braun: Oft glauben Leute, wenn man nachts stark schwitzt, hätte das etwas mit der Matratze zu tun. Das ist falsch: Von der nächtlichen Feuchtigkeit geht 80 Prozent auf das gesamte Betthüllenklima und nur 20 Prozent auf die Matratze zurück. Schwitzen lassen einen vielmehr die dichten Daunendecken. Sobald die Bettdecke luftdurchlässiger ist, reduziert sich auch die nächtliche Feuchtigkeit. Die Matratze selbst sollte auf jeden Fall Wärme regulieren können und für Luft und Feuchtigkeit durchlässig sein.
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Das Interview zum Thema
Über die Notwendigkeit eines individuell passenden Liegesystems sprach topfit mit dem Inhaber des Münchner Fachgeschäfts Matratzen Obermühle, Walter Braun, der seit über 20 Jahren Menschen berät, wie sie optimal liegen können. Der Liege- und Schlafexperte lässt Matratzen individuell produzieren; zudem hat er zwei Matratzensysteme patentiert. Walter Braun hält regelmäßig Vorträge in Kliniken, Betrieben und Altenzentren; darüber hinaus führt er Fortbildungen für Krankengymnasten und Matratzenhändler durch. Verbrauchertipps * Ein guter Matratzenverkäufer sollte immer nach ergonomischen Richtlinien und menschenorientiert beraten. Unsere Link-Empfehlung:
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