Ausgerenkt!
Arthroskopie bei Schulterverletzungen


Eine ausgerenkte Schulter gehört zu den häufigsten Verletzungen im Wintersport. Wird diese nicht fachgerecht behandelt, droht eine chronische Instabilität. Methode der Wahl ist die Schulterarthroskopie — eine sehr effektive, aber auch sehr anspruchsvolle OP-Technik, die deshalb ausschließlich von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden sollte.

von Dr. Nicole Schaenzler

Ein Sturz auf den (gestreckten) Arm – und schon ist es passiert: Der Oberarmkopf springt nach vorn oder hinten aus der Gelenkpfanne, und die Schulter ist ausgerenkt. Eine Luxation der Schulter, so der medizinische Fachbegriff, macht etwa 20 Prozent der wintersportbedingten Verletzungen aus, wobei vor allem Snowboarder und Carvingskifahrer betroffen sind. Dass das Schultergelenk so gefährdet ist, hat wesentlich mit seiner speziellen Anatomie zu tun. Denn es ist nicht wie die anderen großen Gelenke des Körpers knöchern fixiert, sondern wird vornehmlich durch die umgebenden Weichteile (Muskeln, Bänder, Gelenkkapsel) geführt und stabilisiert. Durch diese außergewöhnliche Konstruktion erhält es einerseits seine unvergleichliche Beweglichkeit – und macht es andererseits zu einer »Schwachstelle« bei einem Sturz auf der Piste.
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Der Spezialist ist gefragt

Eine Schulterluxation ist eine schwere Verletzung, die nicht nur äußerst schmerzhaft ist und den Arm bewegungsunfähig macht, sondern die auch eine rasche Versorgung verlangt. Meist reicht es nicht aus, die Schulter auf mechanischem Wege wieder »einzurenken«, zumal oft auch die umgebenden Weichteile in Mitleidenschaft gezogen sind. Dann empfiehlt es sich, sich von einem erfahrenen Schulterspezialisten untersuchen zu lassen. So können z. B. die Gelenkkapsel und/oder die Stabilisierungsbänder eingerissen sein oder es besteht zusätzlich eine Knorpel-, Knochen- und Nervenverletzung. »Sehr häufig ist die für die Stabilität des Schultergelenks so wichtige Gelenklippe (Labrum) abgerissen«, weiß der Münchner Orthopäde Dr. Eichbichler. Selbst wenn sich die Schäden an den Weichteilstrukturen in Grenzen halten, ist die Gefahr für eine bleibende Instabilität der Schulter vor allem bei jüngeren Betroffenen groß.


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Der behandelnde Arzt

Dr. Eichbichler

Dr. med. Alfred Eichbichler ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und gilt in Fachkreisen als der Spezialist für Schulter- und Hüftarthroskopie. Während seiner Facharztausbildung am Klinikum Rechts der Isar absolvierte er für 15 Monate einen Forschungsaufenthalt an der renommierten Harvard University in Boston (USA); später praktizierte Dr. Eichbichler mehrere Jahre als Oberarzt am Klinikum Bogenhausen. Demnächst eröffnet Dr. Eichbichler im Forum Bogenhausen eine orthopädische Praxis mit Schwerpunkt auf gelenkerhaltender Chirurgie. Zu seinem Leistungsspektrum gehören neben der Schulterarthroskopie alle weiteren Arthroskopien an den großen Gelenken wie Hüft-, Ellbogen-, Knie- oder Sprunggelenk zur Diagnose und Therapie von Gelenkerkrankungen und -verletzungen sowie verschiedene innovative Therapieverfahren, z. B. die Knorpeltherapie.

Nähere Informationen unter:
www.mvz-im-helios.de