Wohltat für Gelenke und Kreislauf
Es gibt nichts Schöneres, als im kühlen Nass abzutauchen – und nichts Gesünderes. Schwimmen trainiert Herz, Kreislauf und Muskeln und schont dabei die Gelenke. Ob Rückenschwimmen, Wassergymnastik oder sportliches Kraulen – die positiven Effekte auf den Körper sind vielfältig. Wer sich richtig vorbereitet, bevor er ins Wasser geht, und die von der DLRG empfohlenen Schwimm regeln beachtet, kann sich an ungetrübtem Schwimmspaß erfreuen.
Von Ulrike Arlt
Schwimmen gehört zu den gesündesten
Sportarten überhaupt.
Neben den vielen positiven
Effekten eines moderaten
Ganzkörpertrainings haben zudem
die physikalischen Eigenschaften
des Wassers eine besondere Wirkung
auf den menschlichen Körper.
Wasser hat eine etwa tausendmal
höhere Dichte als Luft. Beim
Schwimmen wird daher jede Bewegung
gegen einen viel größeren
Widerstand ausgeführt als an Land.
Die daraus entstehende »Zeitlupenbewgung
« senkt das Risiko von
Bänder- und Muskelverletzungen.
Der Wasserwiderstand erfordert
großen Körpereinsatz und führt zu
einem höheren Energieumsatz und
Kalorienverbrauch.
Gleichzeitig wird das Gewicht des
Schwimmers reduziert, er ist im
Wasser nur noch ein Siebtel so
schwer wie an Land. Der Auftrieb
schont alle Gelenke. Schwimmen
ist somit auch eine hervorragende
Sportart für Übergewichtige und
Menschen in der Reha bili ta tionsphase
nach Verletzungen.
Fitnessfaktor Schwimmen
Beim Schwimmen wird die gesamte
Körpermuskulatur von Kopf bis Fuß
beansprucht. Das kostet Energie,
verbraucht Kalorien und verbrennt
Fett. So können auf natürliche Weise
Cholesterinspiegel und Blutzuckerwerte
gesenkt werden. Wer regelmäßig
schwimmt, reduziert damit
sein Risiko, an Diabetes mellitus
vom Typ 2 oder Arteriosklerose
zu erkranken.
Wie alle Ausdauersportarten bringt
Schwimmen das Herz-Kreislauf-System
in Schwung. Der Herzmuskel
wird trainiert, seine Leistungsfähigkeit
gesteigert. Das beugt Herz-
Kreislauf-Erkrankungen vor.
Auch das Wasser tut seinen Teil zum
Herztraining: Denn der Druck, den
es auf den Körper ausübt, wirkt wie
eine Kompression. Die Blutgefäße
an der Hautoberfläche werden zusammengedrückt,
so wird das Blut
verstärkt in Richtung Herz zurückgeleitet.
Das Herz muss entsprechend
mehr Kraft pro Schlag aufwenden,
um das Blut durch den
Körper zu transportieren.
Die positive Folge nach einem längeren
Schwimmtraining: Das Herzvolumen
wird vergrößert, die Herzfrequenz
sinkt, und das Herz arbeitet
ökonomischer. Auch das Lungenvolumen
wird verbessert. Durch
die Beinarbeit wird außerdem die
Beinmuskelpumpe aktiviert und
der Rücktransport des Bluts verbessert
– das beugt Venenerkrankungen
vor.
Alles in allem ist Schwimmen eine
sanfte, aber effektive Methode,
seinen ganzen Körper zu trainieren.
Für Wiedereinsteiger oder Menschen
mit chronischen Erkrankungen gilt
allerdings: Vor dem ersten Gang ins
Schwimmbad sollten sie Art und
Umfang des Trainings bitte mit ihrem
Hausarzt besprechen.
Kraulen oder Aqua-Training?
Schwimmen kann man in den verschiedensten
Varianten. Da sind
zum einen die Grundtechniken Rückenschwimmen,
Brustschwimmen,
Kraulen und Delfin. Zum anderen
erfreuen sich die zahlreichen Arten
der Aqua-Fitness immer größerer
Beliebtheit.
• Brustschwimmen ist die älteste
und am meisten verbreitete
Schwimmart, aber auch die langsamste.
Zugphase und Gleitphase
wechseln sich hier ab. Mit gleichzeitigem
Zug beider Arme wird das
Wasser weggedrückt. Die Beine geben
bei froschähnlicher Bewegung
zusätzlichen Antrieb. Beansprucht
und trainiert werden vor allem
Brust-, Schulter-, und Armmuskulatur.
Wer beim Brustschwimmen
jedoch ständig den Kopf über
Wasser im Nacken behält, riskiert
eventuell Schädigungen im Halswirbelbereich.
Zudem fallen viele Brustschwimmer in ein Hohlkreuz.
Um den Rücken zu entlasten, sollte
man zwischendurch auch Kraulen
oder Rückenschwimmen, da hierbei
die natürliche S-Form der Wirbelsäule
beibehalten wird.
