Tennisarm - und wie man ihn behandelt
Hobbyspieler sind besonders gefährdet


Hobbyspieler, die nur sporadisch Tennis spielen oder Saisonspieler sind, sind besonders gefährdet, sich einen Tennisarm zuzuziehen. "Ist die Unterarmmuskulatur des Schlagarms untrainiert, ist sie der plötzlichen einseitigen Kraftanstrengung nicht gewachsen. Dann ist ein Tennisarm fast schon vorprogrammiert", weiß der Münchner Orthopäde und Ex-Daviscup-Tennisspieler Dr. Werner Zirngibl.

von Dr. Nicole Schaenzler

Sport ist nicht immer der Auslöser für einen Tennisarm. Letztlich kann es jeden treffen, der mit seiner Hand bei gebeugtem Ellbogen mit Kraft einseitige Bewegungsabläufe ausführt. So etwa bei länger andauerndem Schraubendrehen, Tackern, Hämmern oder Wändestreichen, mitunter auch infolge einer falschen Armhaltung während der Arbeit am Computer. »Viele Patienten haben niemals in ihrem Leben Tennis gespielt, leiden aber trotzdem unter den typischen Beschwerden eines Tennisarms«, bestätigt Dr. Zirngibl. Ausgangspunkt des Tennisarms (Tennisellbogens) sind Mikroeinrisse im Sehnenansatz der Unterarm- Streckmuskulatur. Dadurch wird eine Entzündungsreaktion in Gang gesetzt, die stark schmerzhaft ist.

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Typische Anzeichen sind Druckschmerzen am äußeren Ellbogenknochen sowie Schmerzen bei Streckbewegungen des Handgelenks und Drehungen des Unterarms; oft strahlen die Schmerzen im Ellbogen über die Außenseite bis in die Hand aus. Auch das Heben von Gegenständen oder Händedrücken können dem Betroffenen Probleme bereiten. Eine Variante ist der »Golferarm«: Hierbei treten die Beschwerden verstärkt an der inneren Seite des Ellbogens – im Ansatz bereich der Unterarmbeugemuskeln – auf. »Leider neigen viele dazu, ihre Schmerzen erst einmal zu bagatellisieren. Und riskieren damit einen chronischen Verlauf, der dann sehr langwierigsein und im Extremfall sogar eine Operation nach sich ziehen kann. Anders gesagt: Je früher man einen Arzt aufsucht, desto besser«, betont Dr. Zirngibl.

Und wie werden akute Ellbogenschmerzen behandelt?
Dazu Dr. Zirngibl: »Oberstes Gebot ist es, die Ursache zu beseitigen. Das kann eine einmalige Überlastung, aber auch ein zu dünner Griff oder eine ungünstige Besaitung des Tennisschlägers sein. Eine Ruhigstellung etwa mithilfe eines Gipsverbands ist heute nur noch selten eine Option. Lokale Kälte- bzw. Wärmeanwendungen und/oder Ultraschallbehandlungen unterstützen den Heilungsprozess. Bei ausgeprägten Schmerzen setzen wir gelegentlich auch Injektionen zur Eindämmung der Entzündung im Sehnenansatzbereich ein.«

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Der behandelnde Arzt

Dr. Zirngibl

Dr. med. Werner Zirngibl ist als Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Sportmedizin im Münchner MVZ im Helios niedergelassen. Als ehemallger Profi-Tennisspieler war er 14-mal Deutscher Tennismeister, er spielte beim Daviscup und anderen international renommierten Turnieren. Heute gehören zu Dr. Zirngibls Leistungsspektrum u.a. die konventionelle und operative Therapie von Knie- und Sprunggelenksverletzunqen. Außerdem nimmt er minimal-invasive Wlrbelsäuleneingriffe vor und arbeitet mit innovativen schmerztherapeutischen Verfahren. Dr. Zirnqibl ist langjähriger Turnierarzt beim Tennis-ATP-Turnier BMW Open München.

Nähere Informationen unter:
www.mvz-im-helios.de