Schwere Beine –
immer ein Alarmsignal! Venenprobleme im Sommer »Lästig, aber harmlos« – so schätzt ein Großteil der Betroffenen ihre
Neigung ein, an warmen Sommer tagen unter schweren, müden Beinen
und geschwollenen Füßen zu leiden. Ein fataler Irrtum, denn oft sind
Spanngefühl und Schwellungen im Unterschenkel-, Knöchel- und/oder
Fußbereich eindeutige Anzeichen einer Venenschwäche.
Von Dr. Nicole Schaenzler
Dass der Körper hochsommerliche
Temperaturen normalerweise
gut kompensiert,
liegt nicht zuletzt am Venensystem,
über welches das zirkulierende Blut
zurück zum Herzen transportiert
wird und das dem Körper zugleich
als eine Art Klimaanlage dient. Bei
Hitze erweitern sich die Venen. Dadurch
führen sie eine größere Menge
Blut und geben so verstärkt Wärme
über die Haut ab. (Umgekehrt
ziehen sich Venen bei Kälte zusammen,
sodass ein Großteil des Bluts
und damit auch die Wärme im
Rumpf bei den Organen verbleibt.)
Wassereinlagerung
durch Venenschwäche
Für gesunde Venen ist die vorübergehende
Weitstellung infolge der
Wärmeeinwirkung von außen kein
Problem. Bei vorbelasteten Venen,
die bereits an Spannkraft eingebüßt
haben, kann es jedoch zu einer Stauung des Bluts kommen.
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Weil
das Blut nicht zügig genug zum
Herzen zurückfließt, lagert sich im
umliegenden Gewebe, meist im Bereich
des Unterschenkels und/oder
Fußknöchels, Wasser ein. Eine solche
Ödembildung kann – je nachdem
wie ausgeprägt die zugrunde
liegende Venenschwäche ist – eine
deutlich sichtbare Schwellung zur
Folge haben, die mit einem unangenehmen
Schwere- oder Spannungsgefühl
und manchmal auch mit stechenden
Schmerzen einhergeht.
Wenn die Venen ihre Aufgabe, das
Blut zurück zum Herz zu transportieren,
nicht mehr ausreichend
erfüllen können, sprechen die Mediziner
von einer chronischen Veneninsuffizienz,
kurz CVI. Eine anhaltende
Venenschwäche hat über
kurz oder lang immer auch charakteristische Hautveränderungen zur
Folge:
Einen Kranz aus kleinen bläulichen
Venen an den Knöcheln oder
Fußrändern
Rotbraune Flecken am Unterschenkel
bzw. weiße Flecken oberhalb
des Sprunggelenks
Im fortgeschrittenen Stadium
eine stark schuppende, nässende
und juckende Haut, aber auch die
Neigung zu schlecht oder nicht
heilenden Verletzungen und Geschwüren
(Ulcus cruris), z.B. oberhalb des Innenknöchels.