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Interview: Ästhetisch ganzheitliche Zahnmedizin
Zahnersatz - biokompatibel & ästhetisch perfekt
Kronen, Brücken, Prothesen — für viele Menschen ist das ein Horrorthema, und manche zögern den nötigen Zahnarztbesuch hinaus. Doch heute gibt es vielfältige Möglichkeiten der Zahnkorrektur und des Zahnersatzes. Speziell die ganzheitliche Zahnmedizin legt dabei Wert auf biokompatible, individuell ausgetestete Materialien.
TOPFIT sprach über dieses Thema mit Frau Dr. Ilse-Phil Weber, die eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin in München betreibt und die sich zudem auf Ästhetik spezialisiert hat.
Von Dr. Lena Kertag
Frau Dr. Weber, wann sind prothetische Eingriffe an den Zähnen nötig? Dr. Weber: Kronen bzw. Veneers (keramische Haftschalen) werden nötig, wenn Zähne zu große, unansehnliche oder kariöse Füllungen haben. Brücken oder Gebiss(-teile) stehen an, wenn Zähne wegen massiver Lockerungen, etwa bei Parodontose oder Entzündungen des Zahnfleischs (zu Parodontose und alternativen Heilungsmöglichkeiten), oder durch beherdete Wurzeln verloren gegangen sind.
Bei Kronen und Brücken gibt es ja die unterschiedlichsten Materialien — Keramik, Porzellan, Kunststoff, Gold. Was ist für den Patienten richtig? Dr. Weber: Für Überkronungen bzw. Zahnersatz ist die individuelle Verträglichkeit von Materialien enorm wichtig. Viele Patienten haben ja vielleicht schon eine Brücke, einige Kronen und mehrere Goldinlays im Mund — also mehrere Materialien mit unterschiedlichen Legierungsbestandteilen. Das führt zu Materialunverträglichkeiten. Neben Palladium — einem besonders umstrittenen Legierungsmetall für Kronen und Brücken, das aber noch vor zehn Jahren bei 50 bis 80 Prozent aller Patienten eingesetzt wurde — gibt es verschiedenste Schwermetalle, die sich im feuchten Mundmilieu leicht lösen und miteinander elektrische Verbindungen eingehen. Diese können dann in den Körper weiter wandern und plötzliche Allergien und Unverträglichkeiten hervorrufen. Besonders problematisch ist es, wenn Amalgam- und Goldfüllungen (oder Goldkronen) nebeneinander liegen. Das ergibt die reinste Batterie im Mund. Und was nützt die schönste Krone oder der optimal angepasste Zahnersatz, wenn der Kunststoff der Prothese oder die überwiegend unterschiedlichen Metalle im Mund nicht vertragen werden und sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen!
Am besten wäre es also, wenn man gar kein Metall im Mund hätte? Dr. Weber: Das ist richtig, am besten wäre Metallfreiheit im Mund. Vor der eigentlichen Restaurierung ist deshalb oft eine ganzheitliche Zahnsanierung mit dem Ziel der Ausleitung von Metallen aus dem Körper nötig. Natürlich müssen auch die anderen Materialien individuell auf ihre Verträglichkeit getestet werden. Mittel der Wahl für eine Restaurierung sind heute moderne reine Vollkeramiken, die eine hohe Biokompatibilität versprechen. Übrigens glauben viele Patienten, dass sie solche »Porzellankronen« im Mund hätten — und fallen dann aus allen Wolken, wenn ich ihnen erkläre, dass unter dem »Porzellan« ein Metallgerüst vorhanden ist, dass das keine reinen »Porzellankronen«, sondern die üblichen Metallkeramikkronen sind.
Bei Zahnlücken werden die Zähne meist überkront oder mit Veneers versehen. Gibt es hier auch andere befriedigende Lösungen? Dr. Weber: Ja, ich modelliere — wenn möglich — zu weit auseinander stehende Zähne, Zahnlücken oder abgebrochene Zähne mit biokompatiblen Kompositen, sodass die Zahnsubstanz gesunder Zähne weitestgehend erhalten bleibt. Doch neben der Bioverträglichkeit, der Schonung der natürlichen Zähne und der Zahn- und Mundgesundheit ist auch die Ästhetik ganz besonders wichtig — und die Ästhetik von Vollkeramik und entsprechenden Kompositen ist einfach unschlagbar. Der Umgang mit Vollkeramik ist zwar etwas schwierig und aufwändig, doch das Ergebnis ist überzeugend. Denn schließlich sollen die Patienten ja wieder ihre »Zähne zeigen« und unbefangen lachen können.
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